Der 80:77-Erfolg in Bamberg war bereits der vierte Auswärtssieg in Folge und zugleich ein Symbol für den neuen Charakter dieses Teams: physisch, zäh, mannschaftlich geschlossen.
Denn, was in der vergangenen Saison noch brüchig und orientierungslos wirkte, hat unter Headcoach Klaus Perwas Struktur und Seele bekommen. Frankfurt spielt inzwischen mit einer klaren Identität: Defensive Intensität, kompromissloses Rebounding, hohes Tempo in der Transition. In Bamberg griff das alles zusammen. 18 Offensiv-Rebounds, insgesamt 15 Abpraller mehr als der Gegner, dazu ein überragender Jaedon Le Dee, der mit 20 Punkten und 21 Rebounds ein überragendes Double-Double auflegte.
"Meine Mannschaft überrascht mich immer wieder mit der Art und Weise, wie sie fightet", sagte Perwas nach dem Spiel. "Beim Rebound haben die Jungs einen Super-Job gemacht. Wir wussten, dass es schwer werden würde, aber wir haben uns diesen Sieg verdient."
Le Dee als Symbol des Aufschwungs
Wenn man einen Namen mit dem Frankfurter Höhenflug verbinden muss, dann ist es eben dieser Jaedon Le Dee. Der Center führt die gesamte Liga mit 10,7 Rebounds im Schnitt an und legte in Bamberg 21 Bretter auf.
Le Dee verkörpert, wofür diese Skyliners stehen und gleichzeitig ist er der Schlüssel zur aktuell viertbesten Offensive der Liga (87 Punkte im Schnitt). Was vergangene Saison noch als Frankfurts größte Schwäche galt, ist nun zur Stärke geworden. Auch, weil die Rollenspieler ihre Aufgaben konsequent erfüllen. Ob Isaiah Swope, Till Pape oder Will Christmas, fast jeder liefert verlässlich zweistellige Werte.
Kampfgeist statt Chaos
Auffällig ist, dass die Skyliners ihre Spiele auf fremdem Parkett fast leichter gewinnen als zu Hause. Während sie in eigener Halle noch auf den ersten Sieg warten, sind sie auswärts ungeschlagen. Das Team wirkt in feindlicher Atmosphäre fokussierter, fast befreit von Druck. "Wir können uns auf unseren Fight und unsere Einstellung verlassen", meinte Perwas.
In Bamberg hielten die Frankfurter die beste Offense der Liga bei 15 Punkten unter deren Schnitt, ließen sich trotz Bamberger Runs nicht aus der Ruhe bringen und verteidigten in der Schlussphase mit einer Entschlossenheit, die man ihnen früher kaum zugetraut hätte. Christmas’ Block in den letzten Sekunden war dann die sinnbildliche Szene eines Teams, das seinen alten Ruf abgelegt hat.
Natürlich ist es noch früh in der Saison, und niemand in Frankfurt spricht von höheren Zielen. Doch die Basis ist gelegt. Die Defensive steht, das Selbstvertrauen wächst, und mit Le Dee hat man einen verlässlichen Anker gefunden, um den sich ein konkurrenzfähiges Team formt.
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