Nach dem 98:111 bei den Sacramento Kings haben die Rockets mittlerweile drei Spiele in Folge verloren. Zuvor unterlag Houston zweimal den Portland Trail Blazers, jeweils knapp, aber symptomatisch. Gegen Sacramento lag das Team zwischenzeitlich mit 16 Punkten zurück, wirkte über weite Strecken defensiv anfällig und offensiv wenig konstant, sobald der Rhythmus verloren ging. Die Kings nutzten die Fehler konsequent, bewegten den Ball besser und wirkten insgesamt als das geschlossenere Team.
Ausbrüche von Durant und Thompson reichen nicht
Kevin Durant erfüllte gegen Sacramento exakt das, was von einem Superstar erwartet wird: 23 Punkte bei effizientem Shooting, vier Dreier, sechs Assists und fast 40 Minuten auf dem Feld. Er hielt die Offensive am Leben.
Amen Thompson lieferte gegen die Kings sogar eine der besten Leistungen seiner jungen NBA-Karriere ab: 31 Punkte, 13 Rebounds, sechs Assists, neun Freiwürfe. Dass ein 30-Punkte-Double-Double am Ende in einer 13-Punkte-Niederlage mündet, spricht weniger gegen den Spieler als gegen das Gesamtgefüge. Doch genau hier liegt das Problem: Selbst mit einem effizienten Durant und einem starken Thompson hatten die Rockets zu keinem Zeitpunkt die Kontrolle über das Spiel.
Der Faktor Sengün
Personell gesehen fällt die aktuelle Phase in einen Zeitraum, in dem Houston zu kämpfen hat. Sengün verpasste zuletzt Spiele, Tari Eason verletzte sich am Sprunggelenk, und der Rhythmus ging sichtbar verloren. Zwar konnte Sengün gegen Sacramento wieder auflaufen, doch seine Stärke früherer Wochen stellte sich nicht sofort ein. Der Türke steuerte 19 Punkte und neun Rebounds bei, war aber ineffizient (8/20 FG, 2/6 FT).
Fehlende Unterstützung und eine schwache Bank
Sacramento musste defensiv nicht übermäßig rotieren, da Houston außerhalb seiner Stars zu wenig Durchschlagskraft entwickelte. Der Spielraum für Fehler ist dadurch extrem klein geworden.
Abseits der Kernachse Durant-Thompson-Sengün kam einfach zu wenig. Jabari Smith Jr. traf nur vier seiner 13 Würfe, blieb von außen ohne Treffer (in Portland sogar 0/10 Dreier). Aaron Holiday stand fast eine halbe Stunde auf dem Feld, kam aber lediglich auf drei Punkte (1/7 FG). Die Bank steuerte insgesamt nur 13 Punkte bei.
Im direkten Vergleich legten für Sacramento gleich sechs Spieler zweistellige Ausbeuten auf. Diese Diskrepanz entschied die Partie früh.
Udoka spricht Klartext
Ime Udoka wählte ungewöhnlich klare Worte. Der Coach der Rockets sprach den Kings nicht nur die bessere Leistung zu, sondern machte auch Houstons Defizite deutlich: "31 Second-Chance-Punkte, zwei Rookie-Center mit fünf und acht Offensiv-Rebounds. Das erzählt die Geschichte des Spiels", erklärte der Trainer.
Auch die schwache Dreierquote (7/30) sprach er offen an, wollte sie jedoch nicht als alleinige Erklärung gelten lassen: "Es sieht nach einem Mangel an Selbstvertrauen und offenen Würfen aus, aber es ist mehr als das. Es ist die Anstrengung, der Saft, die Energie, all das."
Sein Fazit fiel entsprechend nüchtern aus: "Unabhängig davon, ob man Würfe trifft oder nicht. Wenn wir nicht mit der Härte spielen, mit der sie spielen, wird genau das passieren." Dass Sacramento Houston damit bereits zum zweiten Mal in dieser Saison schlug, unterstrich für Udoka den mahnenden Charakter dieser Niederlage zusätzlich.
Kein Alarmismus, aber ein echter Stresstest
Nach vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen sind die Rockets in der Western Conference spürbar zurückgefallen. Mit einer Bilanz von 22-14 rangiert Houston aktuell nur noch auf Platz sieben im Westen. Der starke Saisonstart verschafft zwar weiterhin ein Polster, doch der Vorsprung auf die direkte Konkurrenz ist geschrumpft. Hinzu kamen zuletzt äußere Faktoren, wie das Hotel- und Reisechaos vor dem Kings-Spiel, die die ohnehin angespannte Situation nicht erleichterten.
Die anstehende Heimspielserie bietet nun die Chance, wieder Stabilität zu finden. Allerdings stehen teils schwierige Aufgaben an, mit Duellen gegen OKC, die Spurs und Minnesota, die in der Tabelle allesamt vor den Rockets liegen.
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