Agit Kabayel steht an der Schwelle zur boxerischen Unsterblichkeit. Am 10. Januar kämpft der Bochumer zunächst gegen den Polen Damian Knyba, danach soll es Richtung WM-Kampf gehen. Das Ziel ist klar: Kabayel will der erste deutsche Boxweltmeister im Schwergewicht seit Max Schmeling werden.
Noch vor wenigen Jahren schien für Außenstehende solch ein Aufstieg undenkbar. Zwar machte sich Kabayel schon 2016 als Europameister einen Namen und schlug unter anderem Derek Chisora, wirklich auf der Liste haben ihn alle Experten aber erst seit seinen drei Siegen in Saudi-Arabien in den vergangenen Jahren.
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Sein Sieg gegen den damals als künftiger Weltmeister gehandelten Arslanbek Makhmudov im Dezember 2023 war ein mittleres Erdbeben, es war Kabayels internationaler Durchbruch. Die folgenden Siege gegen die in den Ranglisten weit vorne platzierten Frank Sanchez und Zhilei Zhang katapultierten ihn nach oben.
Doch dass er damals überhaupt die Chance bekam, gegen Makhmudov zu kämpfen, hatte er auch der Fürsprache von Tyson Fury zu verdanken. Beide lernten sich 2016 im Sparring kennen, in den folgenden Jahren entwickelte sich sogar eine Freundschaft. Und die half Kabayel dabei, seine große Chance zu bekommen.
"Er war lange Zeit die Nummer eins bei der IBF, und er kämpfte einfach nur darum, über Wasser zu bleiben, ohne wirklich irgendwohin zu kommen, ohne wirklich etwas zu tun", blickte Fury im Interview mit DAZN auf Kabayels Zeit zurück. Der Deutsche sei "drei Jahre lang wie eingefroren" gewesen. Doch Fury glaubte an ihn.
"Dann gab es die Gelegenheit, ihn auf die Fightcard in Saudi-Arabien zu bringen, und ich schlug ihn vor. Alle fragten: 'Wer ist das? Wer ist dieser Typ?' Ich sagte: 'Vertraut mir, er kann kämpfen. Er wird groß kämpfen'", schildert Fury. Niemand habe Kabayel eine echte Chance gegen Makhmudov gegeben.
"Alle dachten, Makhmudov würde ihn in ein paar Runden plattmachen. Aber ich sagte: 'Nein, das wird schon. Er kann kämpfen. Agit kann kämpfen.' Ich erinnere mich, dass ich 2017 in Monaco war und ihn gegen Derek Chisora kämpfen sah - das war ein guter Kampf", erklärt Fury sein Vertrauen in Kabayel.
Und der gebürtige Leverkusener lieferte ab. Und laut Fury ist der Deutsche noch lange nicht am Ende seiner Leistungsfähigkeit, im Gegenteil: Die Welt habe den kompletten Agit Kabayel noch gar nicht gesehen, sein Repertoire sei viel breiter als das, was er bislang gezeigt hat.
"Ich kenne Agit - er kann boxen. Nur nach vorne zu gehen und zum Körper zu arbeiten, das ist nicht alles, was er draufhat. Er hat auch gute Boxfähigkeiten", ist Fury überzeugt. "Er hat einen guten Jab, er hat eine gute Beinarbeit. Ich habe ihm sogar den Dreischritt beigebracht, wie man sich mit dem Dreischritt herumbewegt."
Diese Qualitäten könnten Kabayel nach ganz oben bringen - dorthin, wo seit Max Schmeling kein deutscher Schwergewichtsboxer mehr war. Am 10. Januar steht jedoch zunächst in Oberhausen der Kampf gegen Knyba auf dem Programm. DAZN zeigt das Event live und exklusiv - hier unter "Mein Konto" dazubuchen!