"Dann hatte ich auch eine Zeit lang Panikattacken gehabt, wo ich selber zu Hause saß und gesagt habe, jetzt ist alles vorbei."
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Offen und ehrlich spricht Agit Kabayel bei DAZN über eine Zeit, die nicht nur ihn, sondern Millionen Mensch in Existenzängste gebracht hat: die Corona-Pandemie. Weltweit mussten ab Frühjahr 2020 sämtliche Sportevents mit Zuschauern und viele andere Veranstaltungen abgesagt werden, niemand wusste, wie es weitergeht.
"Wenn ich darauf zurückblicke, war das eine ganz schwierige Zeit für mich. Ich habe damals Chisora geschlagen, ich bin dann Europameister geworden und ich dachte auch: Ey, jetzt bekommst du die ganz großen Kämpfe", erinnert sich Kabayel. Nach einem weiteren Kampf gegen Andrii Rudenko im März 2019 aber war erst einmal Schluss.
In den vier Jahren nach dem Rudenko-Kampf bestritt er nur vier Kämpfe, was gleichbedeutend mit enormen Einnahmeverlusten war. "Ich habe das nie offen kommuniziert und nie darüber geredet, aber in der Corona-Zeit war es für mich so, dass es da auch schon wirklich eine Phase gab, wo ich selber verzweifelt war", schildert Kabayel.
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"Die jahrelange Arbeit, jahrelang Blut, Schweiß und Tränen da reingesteckt und jetzt geht gar nichts mehr weiter. Du weißt gar nicht mehr, was als Nächstes auf dich zukommt", berichtet der Bochumer. Völlig unklar war zu diesem Zeitpunkt, ob und wie er weiter mit dem Boxen seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.
"Du steigerst dich ja wirklich jedes Mal aufs Neue da rein und denkst dir einfach, finanziell bist du nicht in trockenen Tüchern, du hast dein ganzes Leben auf eine Karte gesetzt und trotzdem funktioniert es nicht. Und du wusstest ja nicht, wann es wieder losgeht", blickt Kabayel zurück. "Du dachtest, die Welt steht still."
DAZN/Felix Leichum
Zu diesem Zeitpunkt drohten all die Pläne und Hoffnungen, die er sich gedanklich für seine Zukunft ausgemalt hatte, wie eine Seifenblase zu zerplatzen. "Man hatte so viele Pläne, als Jugendlicher planst du auch und denkst, wenn ich diesen Kampf gewinne, dann kann ich mir hoffentlich irgendwann mal einen Urlaub mit der Familie gönnen oder ein neues Auto kaufen. Das gab es dann einfach nicht mehr", berichtet er.
Und weiter: "Deine ganzen Träume sind einfach geplatzt. Du wusstest, ey, jetzt geht es Richtung Existenz, jetzt stehst du da und was passiert jetzt? Muss ich wieder arbeiten gehen, muss ich wieder jobben gehen? Es war einfach eine sehr, sehr schwierige Zeit."
Inzwischen steht Kabayel auch durch seine drei Kämpfe in Saudi-Arabien finanziell deutlich besser da - und der Höhepunkt soll noch nicht erreicht sein. Der 33-Jährige kämpft am 10. Januar in Oberhausen gegen den Polen Damian Knyba und will mit einem Sieg den nächsten Schritt Richtung WM-Kampf machen.
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