Nach dem Ausscheiden von Martin Schindler am Nachmittag und Gabriel Clemens am Abend war Arno Merk der letzte verbliebene Deutsche bei der Darts-WM. In seinem Match gegen Michael van Gerwen, dem dreimaligen Weltmeister und der Nummer 3 der Welt, war der Deutsche der klare Außenseiter.
Und das sah man auch im ersten Satz, in dem der Niederländer den Ton angab. Zwar holte Merk auch ein Leg, aber letztlich ging der erste Durchgang verdient mit 3:1 an van Gerwen, der seinen zweiten Setdart auf die Doppel-18 nutzte.
"Mighty Mike" ging die Aufgabe hoch konzentriert an, unterschätzte seinen im Darts-Zirkus eher unbekannten Gegner keineswegs. Dementsprechend glatt ging auch der zweite Satz mit 3:0 an den Favoriten aus den Niederlanden.
Merk verkürzt dank zwei High-Finishes
Wie Clemens in der Partie zuvor lag also auch Merk mit 0:2 zurück und brauchte ein mittelgroßes Darts-Wunder, um noch ins Achtelfinale einziehen zu können. Mit einem Checkout von 145 Punkten setzte der Deutsche im ersten Leg des dritten Satzes direkt ein Highlight und checkte auch im dritten Leg satte 120 Zähler. Das gab dem Außenseiter neuen Mut, denn zum 3:1 nahm der Deutsche seinem Gegner den Anwurf ab und verkürzte auf 1:2 in Sätzen.
Van Gerwen behält die Nerven und gewinnt 4:1
Nach den ersten zwei klaren Durchgängen war es nun ein Spiel auf Augenhöhe, weil Merk sich merklich steigerte. Van Gerwen musste mehr kämpfen - und das tat er auch. Mit etwas Mühe holte sich der Favorit dann auch den vierten Satz mit 3:1 und war wieder auf Kurs Achtelfinale.
Von diesem ließ sich ein in Summe sehr konstanter van Gerwen nicht mehr abbringen, schnappte sich verdient auch den fünften Satz mit 3:1 und zog mit einem 4:1 in die nächste Runde ein, wo nun mit dem Schotten Gary Anderson ein anderer Ex-Weltmeister wartet. Am Ende spielte der Niederländer einen sehr ordentlichen Average von 99,70 Punkten (Merk 90,88) und eine Doppelquote von ebenfalls starken 50 Prozent (Merk 46,15). Das Abenteuer Ally Pally des Deutschen, der zwei 180er warf (van Gerwen neun), endet mit erhobenem Haupt in der dritten Runde.
"Man spürt schon die Aura von Michael, ich konnte nicht so befreit aufspielen. Ich hätte ihn auf dem falschen Fuß erwischen müssen, das habe ich nicht getan, er hat super gespielt. Aber alles super, ich bin zufrieden", sagte Merk nach der Begegnung bei DAZN. "Heute hat er Eindruck hinterlassen und auch verdient gewonnen."