Fehlercode: %{errorCode}

"Man kann Darts nicht programmieren": Wie die Deutschen ihr Ausscheiden bewerten

kicker

Viel hat nicht gefehlt für den "Winterschlafmann". Eine Bezeichnung, die der Guardian Gabriel Clemens verpasste, nachdem er in der Tat sein Match gegen Luke Humphries zunächst verschlafen hatte - und nach dem 0:3-Satzrückstand auf einmal groß auftrumpfte.

Der Saarwellinger wirkte danach wie ausgewechselt, in Satz vier gelangen ihm unter anderem Checkouts über 121 und 116 Punkte. Auch der fünfte Durchgang ging an den WM-Halbfinalisten von 2023, im darauffolgenden hatte er drei Satz-Darts - und vergab. Der Knackpunkt der Partie, Humphries nutzte den Patzer aus und gewann die hart umkämpfte Begegnung.

"Im Endeffekt hat Luke verdient gewonnen, weil er am Anfang einfach besser war", räumte Clemens bei Sport1 ein. "Nach dem 0:3 war ich auf einmal richtig gut im Spiel. Ich weiß nicht warum, aber die Triple kamen gut, die Doppel kamen gut." Und so entfesselte er "die pure Magie, zu der er schon immer fähig war", wie der Guardian weiter schrieb. Clemens brach den Rekord-Average eines Deutschen bei der PDC-WM mit einem Wert von 101,49 Punkten, auch die Doppelquote von 50 Prozent war erstklassig.

Humphries war die Erleichterung nach der Partie deutlich anzumerken, bei einem Satzausgleich wäre es ganz eng geworden für den Weltmeister von 2024. "Ich habe ihm gesagt: Echt ein großartiges Spiel, Gabriel. Bleib dran", verriet Humphries nach der Partie. Auch die zahlreichen deutschen Fans im Ally Pally hatten beim Engländer Eindruck hinterlassen. "Sie waren feindselig, aber nicht böse, was meiner Meinung nach nur zeigt, wie großartig die deutschen Fans sind. Sie haben heute Abend alle anderen im Publikum in den Schatten gestellt."

Schindler fehlen die Erklärungen

Viele dieser Fans hatten in der Nachmittagssession bereits Martin Schindler angefeuert, doch nach gerade mal 23 Minuten war schon Schluss für den Weltranglisten-13. Zunächst nutzte Schindler seine Chancen nicht, dann drehte Gegner Ryan Searle mächtig auf und ließ dem Straußberger keine Chance mehr. Ohne Satzverlust und mit Fabelwerten (Average von 102,29 Punkten, Doppel-Quote von 48 Prozent) zog "Heavy Metal" in die nächste Runde ein.

"Ryan ist über mich hinübergelaufen", sagte Schindler bei DAZN. "Ich habe jederzeit an mich geglaubt, aber Ryan war gnadenlos." Für "The Wall" sei es insgesamt eine "gute WM" gewesen, der Achtelfinaleinzug blieb dem 29-Jährigen aber auch beim siebten Anlauf verwehrt. "Es ist passiert. Ich kann gar nicht sagen, warum es jetzt genau so war. Man kann das Spiel Darts nicht programmieren", so Schindler weiter.

Merk von van Gerwen "ein bisschen erdrückt"

Blieb im letzten Spiel des Abends noch der deutsche Hoffnungsschimmer namens Arno Merk, doch eine weitere Überraschung gelang dem klaren Außenseiter nach seinem Sieg gegen Doppelweltmeister Peter Wright nicht. Der dreimalige Weltmeister Michael van Gerwen lieferte eine konzentrierte Leistung ab und ließ beim 4:1-Sieg kaum Spannung aufkommen. "Michael hat eine gewisse Aura, die man spürt. Er hat mich ein bisschen erdrückt mit seiner Präsenz", räumte Merk danach ein.