Luke Littler greift erneut nach der Darts-Krone - und ist nach der nächsten Machtdemonstration nur noch einen Schritt von der erfolgreichen WM-Titelverteidigung entfernt. Der 18 Jahre alte Star der Szene erreichte durch das 6:1 gegen seinen englischen Landsmann Ryan Searle problemlos das Finale und zog damit bei seiner dritten WM-Teilnahme zum dritten Mal ins Endspiel ein.
Später am Freitagabend zog Gian van Veen, auch erst 23 Jahre alt, mit einem engen wie hochklassigen 6:3 gegen Altmeister Gary Anderson (55) nach. Auf den niederländischen Europameister wartet am Samstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) sein erstes WM-Finale um die begehrte Sid Waddell Trophy.
Statistiken sprachen eine klare Sprache - für Littler
Einen Tag nach seinem souveränen 5:0-Erfolg gegen den Polen Krzysztof Ratajski verlor Littler zwar den ersten Satz. Danach aber erhöhte der Weltranglistenerste, der schon bei seiner WM-Premiere im Alter von 16 Jahren ins Endspiel gestürmt war, die Schlagzahl.
Vor allem dank seines starken Scorings sicherte sich Littler Satz für Satz, Searle ließ seine wenigen Chancen auf die Doppelfelder liegen. Zwischenzeitlich gewann Littler gar elf Legs in Folge. Er stand am Ende bei einem Average von 105,35 Punkten und einer Doppelquote von 58,8 Prozent. Da konnte Searle mit 93,31 Punkten im Schnitt und einer Quote von 42,1 Prozent auf die Doppel nicht mithalten. "The Nuke" nutzte auch direkt seinen ersten Matchdart. Drei Finalteilnahmen in Folge bei Weltmeisterschaften der PDC waren zuvor nur Rekordsieger Phil Taylor, Dennis Priestley und Anderson gelungen.
Bis auf Littler trafen Searles Gegner die Doppel nicht
Für Searle blieb die Krönung eines bemerkenswerten Laufs bei diesem Turnier aus. Der Engländer, der an einer seltenen Augenkrankheit leidet, durch die die Sehkraft über die Zeit nachlässt, hatte in Runde 3 den Strausberger Martin Schindler geschlagen und bis zum Halbfinale nur zwei WM-Sätze verloren. Seine Gegner waren aber auch über die WM hinweg ziemlich unterdurchschnittlich auf die Doppel unterwegs: Clayton war mit einer Quote von 25 Prozent der beste Gegner von "Heavy Metal" vor dem Halbfinale.
Um auf Searles Krankheit aufmerksam zu machen, ließ sich ein Sponsor am Freitagabend etwas Besonderes einfallen: Die Logos im Ally Pally wurden allesamt unscharf dargestellt.
Van Veen nimmt sein Idol aus dem Turnier
Deutlich spannender verlief das zweite Halbfinale: Junioren-Weltmeister van Veen und sein Idol Anderson lieferten sich ein packendes Duell. Der Niederländer präsentierte sich gnadenlos auf die Doppel und ging mit 4:1 in Führung. Anderson steckte nicht auf, finishte mehrfach über das Bulls-Eye, verpasste aber dennoch sein sechstes WM-Finale. Van Veen wackelte zwar im achten Satz, fand sein Spiel jedoch rechtzeitig wieder.