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Anderson beendet Hoods WM-Märchen - Searle erstmals im Halbfinale

kicker

Gleich das erste Set am frühen Neujahrs-Nachmittag zwischen Ryan Searle und Johnny Clayton, denen beide das erste WM-Halbfinale winkte, erfüllte einige Versprechen. Searle startete mit einem Break und zeigte sich auf die Doppel gnadenlos, Clayton legte drei 180er und fünf perfekte Darts in die Waagschale, zudem einen 113er-Average. "Heavy Metal" ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken - 125er-Checkout zum 1:0 in den Sätzen.

In Set zwei hätte der stark scorende Clayton eigentlich früh Searle breaken müssen, "The Ferret" offenbarte aber anhaltende Probleme auf die Doppel-Felder (zwischenzeitlich 1/10). Bei Searle war auf "Tops" wie gewohnt Verlass, nach Legs stand es so zügig 6:1. Nach Sätzen 2:0.

Claytons zunehmende Frustration hemmte teilweise auch seinen Average, doch im dritten Satz gab es Chancen. Sowohl ein Shanghai-Finish als auch 81 Rest hätten den Waliser einen Fuß in die Tür kriegen lassen können, in beiden Fällen verpasste er allerdings erneut das Doppel-Feld. Searle zog auf 3:0 davon.

Obwohl Claytons Schwäche auf Doppel nicht nachließ, spielte er im vierten Satz ein frühes Break. Und auf Searles Re-Break folgte wiederum eines des Walisers. Nun leistete sich auch der Engländer ein paar Konzentrations-Probleme - und den ersten Satzverlust bei dieser WM.

Searles Pfeile werden besonders schwer

"Heavy Metal", bei dieser WM bis dato so souverän, war tatsächlich aus dem Takt. Selbst die Doppel-20 klappte im fünften Satz erst im vierten Versuch - Clayton bestrafte das nicht. Jetzt fiel das Niveau beiderseits ab, die Averages sanken deutlich. Es ging schließlich in das Entscheidungs-Leg, das Searle mit einem 111er-Checkout für sich entscheiden konnte - zum 4:1.

Kurz vor der Ziellinie wurden Searles ohnehin schwere Pfeile besonders schwer. Triples waren eine Ausnahme, während Clayton mehrere 180er ins Board schraubte - und auf 2:4 verkürzte. Doch plötzlich ließ auch Clayton (Doppelquote von 25 Prozent, Searle: 56,7) Federn. Im siebten und letzten Satz verlor er alle drei Legs gegen den unterm Strich verdienten Sieger Searle, der den Premieren-Einzug in die Vorschlussrunde auf Doppel-8 klarmachte. Nun wartet Dominator Luke Littler, der später dem Polen Krzysztof Ratajski keine Chance ließ.

Hood bietet Anderson erst die Stirn

Auch gegen Gary Anderson machte Turnier-Überraschung Justin Hood wenig später einen ordentlichen Eindruck, der "Flying Scotsman" aber sogar einen richtig guten. Auf seiner neuen Liebe, der Doppel-16, breakte der zweimalige Weltmeister den Außenseiter, der erste Satz wurde ein glattes 3:0.

In Set zwei ließ Anderson auf einmal deutlich nach, Hood wurde indes stärker. Gleich drei siegreiche Legs am Stück bedeuteten einen Ausgleich in den Sätzen, der sich so zunächst nicht angedeutet hatte. Doch im dritten Satz - Hood blieb ohne Wurf auf ein Doppel - zog der Favorit wieder an, um dem beliebten Engländer zu verdeutlichen, dass es für den Halbfinal-Einzug schon das sogenannte "A-Game" sein musste.

Das war es eher nicht. Während Anderson Ausreißer nach oben hatte und ein paar Punkte mehr spielte, blieb Hood ohne die großen Highlights bei einem niedrigen 90er-Average hängen. Boten sich dem Linkshänder allerdings Chancen, war er zur Stelle: Durch eine 180 zum richtigen Zeitpunkt und ein Shanghai-Finish zog er den vierten Satz auf seine Seite - 2:2.

Drei High-Finishes machen den Unterschied

So richtig passte der Spielstand nicht zum Spiel, auch wenn Anderson immer wieder kleine Schwächephasen einstreute. Ihm gelangen nun aber die besseren Momente. Während Hood, der gegen Josh Rock auf die Doppel noch so überragend war, Probleme beim Auschecken hatte, spielte der Schotte ein 127er-Finish. Und ein 98er-Finish. Und ein 121er-Finish. Und plötzlich stand es 4:2.

Seine hohen Checkouts trugen Anderson gen Halbfinale. Den ersten Leg-Gewinn im siebten Satz besiegelte ein 167er-Finish, Hood konnte nur anerkennend schmunzeln und nicken. In den letzten Sätzen spielte Anderson einen Average, den Hood nicht mitgehen konnte. Auch wenn es keine übermäßig konstante Leistung war - erst der fünfte Match-Dart saß -, blieben am verdienten 5:2-Sieg des 55-Jährigen so nur wenige Zweifel. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie das im Halbfinale gegen Luke Humphries oder Gian van Veen aussieht.