Kurz nach Weihnachten machte die Darts-WM wieder ihre Pforten auf und startete in die 3. Runde im "Ally Pally". Und bereits in der ersten Nachmittagssession warteten hochklassige und spannende Begegnungen, in denen die Favoriten alles raushauen mussten.
Ratajski gelingt Comeback gegen Plaisier
Den Auftakt in diese 3. Runde machten der Niederländer Wesley Plaisier und der Pole Krzysztof Ratajski. Sensationell hatte erstgenannter zuvor den an Position 9 gesetzten Waliser Gerwyn Price mit 3:0 aus dem Turnier genommen, während Ratajski den 24. der Weltrangliste Ryan Joyce in Runde 2 (3:1) geschlagen hatte.
Zum Start lieferten sich die beiden Konkurrenten eine ausgeglichene Partie. Ging der erste Satz mit 3:0 an den Niederländer, zog "The Polish Eagle" nach und glich ebenfalls mit 3:0 im zweiten Satz aus. Danach zeigte Plaisier jedoch seine Klasse und zog zunächst davon. Beim Stand von 3:1 - ab der 3. Runde wird bei der WM von drei auf vier Gewinnsätze erhöht - kämpfte der Pole sich im fünften Satz aber in den Decider und kam tatsächlich nochmal ran, auch, weil Plaisier einen Matchdart liegen ließ.
Und das Drama sollte sich erst noch abspielen. Denn auch im sechsten Satz zwang Ratajski den Niederländer in den Decider und erneut ließ der auf die Doppel im Verlauf der Partie sonst so starke Plaisier zwei Matchdarts liegen. Wieder konnte der polnische Adler diese Patzer nutzen und glich tatsächlich zum 3:3 aus. Und der 37. der Weltrangliste blieb am Ende nervenstärker. Den letzten Satz holte der Pole mit 3:1 und setzte seinem Comeback die Krone auf. Die Faust geballt ließ Ratajski seinen Emotionen danach freien Lauf und setzte im ersten Spiel der 3. Runde direkt die erste Duftmarke.
Woodhouse nach schwachem Start souverän
Im Anschluss lieferten sich die beiden Engländer Luke Woodhouse und Andrew Gilding ebenfalls ein zunächst ausgeglichenes, wenn auch nicht ganz so hochklassiges Match, das der an Position 25 gesetzte "Woddy" am Ende souverän mit 4:1 für sich entscheiden konnte. Aber Woodhouse, der in Runde 2 den Deutschen Max Hopp ausgeschaltet hatte, tat sich erstmal schwer. Trotz 14 Fehlwürfen auf die Doppel im ersten Satz konnte er sich dennoch mit 3:1 durchsetzen.
Nachdem der Hopp-Bezwinger den zweiten Satz dann zunächst abgeben musste, besann er sich danach auf seine Qualität und ließ Gilding wenige Chancen. Sieben Legs in Serie gewonnen, holte "Woody" die nächsten beiden Sätze und polierte somit seine Avarege-Quote auf über 95 Prozent auf. Auch wenn Gilding Woodhouse zum Abschluss noch in den Decider zwang, sicherte sich der 25. der Weltrangliste den Sieg und zog zum zweiten Mal in Folge ins Achtelfinale ein. Dort wartet der kurz zuvor so sensationell per Comeback siegreiche Ratajski.
Clayton schlägt starken Zonneveld im siebten Satz
Für den Abschluss der Nachmittagssession sorgten dann noch der an 5 gesetzte Waliser Jonny Clayton, der es mit dem 26-jährigen Niederländer Niels Zonneveld zu tun bekam. Und "The Ferret", in Runde zwei kampflos weitergekommen, nachdem Gegner Dom Taylor wegen Dopings aus dem Turnier genommen wurde, musste gegen einen ebenbürtigen Gegner sein ganzes Können beweisen.
Zonneveld ließ sich kaum beeindrucken und zwang den Favoriten direkt im ersten Satz mit einem Avarege deutlich über 100 in den Decider. Dennoch behielt Clayton die Oberhand und zog in einem starken Match mit drei 180ern im ersten Satz - Zonneveld erzielte sogar vier - zunächst davon. Doch "Triple Z" hielt stark dagegen, meldete sich mit einem starken 120er-Checkout im ersten Leg des zweiten Satzes an und konnte ausgleichen.
Clayton und Zonneveld liefen auch in der Folge im Gleichschritt, in einem sehr hochklassigen Match, indem insgesamt 18 180er geworfen wurden. Jede Clayton-Führung in Sätzen glich Zonneveld aus und checkte auf dem Weg sogar eine 126. Erst im siebten Satz behielt der Waliser dann doch die Oberhand und schlug "Triple Z" mit einer starken Checkout-Quote von 46,67 Prozent mit 4:3.
In der 4. Runde geht es nun entweder gegen den Schweden Andreas Harrysson oder den Deutschen Ricardo Pietreczko, die zum Start der Abend-Session aufeinandertreffen.