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Van Veen vor dem WM-Finale: "Ich kann jeden mit meiner Doppelquote schlagen"

kicker

Ein WM-Halbfinale ist für jeden Darts-Spieler etwas Besonderes. Für Gian van Veen war dies am Freitagabend aber in doppelter Hinsicht der Fall, weil es nicht nur von enormer sportlicher Bedeutung war, sondern er auch noch gegen sein Idol Gary Anderson spielte.

Das hat für den Niederländer zu kuriosen Gefühlen auf der Bühne geführt: "Ich habe sogar während des Spiels gemerkt, dass ich mich gefreut habe, wenn er eine 180 geworfen hat. Aber er war mein Gegner! Ich müsste eigentlich hoffen, dass er eine 41 wirft", sagte van Veen nach dem Halbfinal-Erfolg am DAZN-Mikrofon. Er sei aber mittlerweile erfahren genug, um seine Bewunderung für Anderson beiseitezuschieben und sich "auf das Spiel zu konzentrieren".

Van Veen freut sich auf das jüngste WM-Finale aller Zeiten

Dass man einen Top-Spieler im Darts schon mit 23 Jahren als erfahren bezeichnen kann, veranschaulicht die Entwicklung, die dieser Sport in den vergangenen Jahren genommen hat. Zwar gibt es immer noch die Spieler aus der alten Garde wie beispielsweise den 55-jährigen Anderson, aber es drängen immer mehr Talente auf die große Bühne: "Die Nachwuchsarbeit in diesem Sport ist in sehr guten Händen. Es ist etwas Besonderes, im jüngsten WM-Finale aller Zeiten zu spielen", sagte van Veen.

Und dieses WM-Finale ist die Neuauflage eines Finals von vor zwei Jahren. Damals trafen van Veen und Littler nämlich im Finale der Junioren-Weltmeisterschaft aufeinander. Für den Niederländer ist dieses Spiel aber keines, an dem er sich orientieren kann: "Das kann man nicht vergleichen. Das war vor zwei Jahren. In dem Finale war ich der Favorit für die Buchmacher. Das ist verrückt, wenn man heute darüber nachdenkt. Als ich das Finale verloren habe, hat jeder gesehen, was Luke Littler in der Lage ist zu erreichen."

Littler weiter auf der Jagd nach dem Neun-Darter

Kurz nach dem Erfolg bei der Junioren-WM schritt Littler dann bei den Senioren sensationell bis ins Finale vor, wo er an Luke Humphries scheiterte. Und nun steht "The Nuke" bereits zum dritten Mal in Folge und diesmal als amtierender Weltmeister im Finale der Weltmeisterschaft. "Das dritte Finale in Folge. Das ist unglaublich", sagte der 18-Jährige nach seinem klaren 6:1-Erfolg im Halbfinale gegen Ryan Searle. Und er konnte es erneut nicht lassen, Nebenschauplätze aufzumachen, als wäre der WM-Titel als Ziel noch nicht groß genug: "Wir werden es morgen wieder versuchen", versprach er am späten Freitagabend in Bezug auf einen Neun-Darter.

Es ist nicht das erste Mal, dass Littler sich bei dieser WM mit Dingen beschäftigt, die über das eigentliche Spiel hinausgehen. Während des Achtelfinals gegen Rob Cross hatte er mit Pfiffen und Buhrufen aus dem Publikum zu kämpfen und beschwerte sich im Nachgang darüber. Es folgte zwar eine Entschuldigung, aber die Fans hat er dadurch noch nicht wieder vollends auf seiner Seite. Die Unterstützung der vergangenen Jahre, als Littler als Wunderkind durch die Weltmeisterschaften marschiert war, ist ihm nicht mehr sicher. Es wird spannend zu beobachten, wem die Fans im Ally Pally im WM-Finale 2026 die Daumen drücken.

„Ich habe allen vor dem Spiel erzählt, dass Gary mein Idol ist. Ich kann jeden verstehen, der Gary im Finale sehen möchte.“ (Gian van Veen)

Van Veen hat jedenfalls schon im Halbfinale bewiesen, dass er auch mit einer ihm nicht positiv gesinnten Menge im Rücken umgehen kann. Die Zuschauer im Ally Pally wollten nämlich gerne ihren Liebling Anderson im Finale sehen und machten van Veen deshalb das Leben schwer: "Ich war ein bisschen frustriert mit den Fans. Das sollte ich aber nicht sein. Natürlich waren die Fans auf seiner Seite. Ich habe allen vor dem Spiel erzählt, dass Gary mein Idol ist. Ich kann jeden verstehen, der Gary im Finale sehen möchte."

Gute Doppelquote wird wohl nicht reichen: "Gegen Littler muss ich gut scoren"

Immer wieder wurde "The Giant" bei seinen Doppelversuchen ausgebuht, doch das blendete er nahezu komplett aus und erreichte am Ende eine beeindruckende Quote von 55 Prozent bei den Checkouts. Er war vor allem in den wichtigsten Legs, wenn es um den Satzgewinn ging, zur Stelle. Diese Stärke auf die Doppel möchte van Veen auch im Finale gegen den Dominator des Sports auf die Bühne bringen, dann rechnet er sich Chancen aus: "Wenn ich gut spiele, kann ich im Scoring mit den Besten mithalten und dann kann ich jeden mit meiner guten Doppelquote schlagen. Das weiß ich." Gleichzeitig sei es für ihn aber auch möglich, ein nicht so gutes Scoring durch eine herausragende Doppelquote zu kompensieren.

Jedoch stellte van Veen klar: "Gegen Luke Littler muss ich gut scoren. Seine Scoring-Power ist so gut. Ich muss mithalten, aber ich weiß, dass ich das mit meiner Doppelquote schaffen kann." Am Samstagabend (ab 21.15 Uhr, LIVE! bei kicker) wird für ihn dann Realität, was er sich in seinen "wildesten Träumen" nicht hätte vorstellen können: Er tritt im Finale der Darts-WM an. Diese Tatsache ist für van Veen nach wie vor einfach nur "verrückt, wirklich verrückt". Aber seine Herangehensweise ist für dieses besondere Spiel vielleicht genau die richtige: "Ich werde es einfach genießen."