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KI und Gedankenlesen: Macht dieses Headset Gamer besser?

kicker

Wer sich für Fernseher, Beleuchtung und Smart-Home-Produkte aller Art interessiert, der kommt dieser Tage nicht an einem Blick gen Las Vegas vorbei. In Nevada ist einmal mehr die weltweit größte Fachmesse für Unterhaltungselektronik angelaufen: die Consumer Electronics Show (CES), deren Programm einige Überschneidungen mit der Videospielbranche aufweist.

So auch zur Eröffnung der diesjährigen Veranstaltung, die einen echten Videospiel-Hammer parat hielt: Ein Headset, das die Gehirnaktivitäten seiner Träger auswertet und dadurch ihr Spiel verbessert.

Primus dank "Prime"-Programm

Geschehen soll dies durch ein "Prime"-Programm. Eine der Meditation ähnliche Übung. Ziel hierbei ist es, eine Punktewolke auf dem Bildschirm zu einem Ball zu formen. Konzentriert sich der Träger des Headsets darauf, wird der Ball kleiner. Schweifen die Gedanken ab, zerstreuen sich die Punkte.

"Das Kernziel besteht also darin, sie immer kleiner und kleiner werden zu lassen, bis sie sich im Grunde in einen Punkt verwandeln und verschwinden und man durch diese einfache Form des Biofeedbacks bereit ist", erklärt Dr. Ramses Alcaide, CEO und Mitgründerin von Neurable, die Idee gegenüber TechRadar.

Profis profitieren am meisten

Tatsächlich zeigen Studien des Unternehmens laut Business Wire Verbesserungen in Zielschussübungen mit Aimlabs. Im Durchschnitt sank die Reaktionszeit von Spielern nach einer "Prime"-Übung um 43 Millisekunden, während die Genauigkeit um 0,53 Prozent anstieg. In konkreten Zahlen bedeutete das neun Treffer mehr als vor dem Training.

Noch deutlicher fiel die Verbesserung bei eSportlern aus. Um ganze drei Prozent stieg deren Genauigkeit. Dies entspreche Business Wire zufolge mehr als 21 zusätzlichen Treffern.

Doch wie kann das gehen?

Zunächst zeichnet das Headset durch ein EEG die elektronische Aktivität des Gehirns auf. Diese erlaubt Rückschlüsse auf die zwei zentralen Parameter: "Das eine ist die kognitive Belastung. Wie viel vom Gehirn ist derzeit ausgelastet? Und das andere ist die Konzentration. Wie gut man die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Aufgabe richten kann."

Optimal ist dabei eine Kombination aus hoher Konzentration und geringer kognitiver Belastung. So sind Spieler einerseits bestmöglich auf ihre Aufgabe fokussiert und verfügen andererseits jederzeit über genug mentale Ressourcen, um auf Ereignisse reagieren zu können. Ein Zustand, den die mentale Übung vor einem Match herstellen oder diesem zumindest möglichst nah kommen kann.

Effizienteres Training für Körper und Kopf

Auch langfristig soll das Headset helfen. Nicht nur durch die Übung selbst, sondern durch ein Monitoring des eigenen Trainings: "Die Software sagt einem, dass man eine Pause machen soll, wenn man kognitiv erschöpft ist, nicht wenn man physisch erschöpft ist." Ein Treiber zusätzlicher Produktivität und eine Möglichkeit, negativen Emotionen während des Spielens vorzubeugen.

„Dies ist lediglich eine Methode, die die erforderlichen Fähigkeiten für diese Art von mentalem Training überflüssig macht. Sie erleichtert es.“ (Dr. Ramses Alcaide, CEO und Mitgründerin von Neurable)

Aber ist das eigentlich noch fairer Wettbewerb? Wenn es nach Alcaide geht, ja: "Es gibt bereits mehrere Techniken, mit denen Gamer ihren Kopf freibekommen. Dies ist lediglich eine Methode, die die erforderlichen Fähigkeiten für diese Art von mentalem Training überflüssig macht. Sie erleichtert es." Über eventuelle Einschränkungen mache sie sich daher keine Sorgen.

Noch sind das Headset und die zugehörige Software ohnehin Zukunftsmusik. Rund ein Jahr soll es dauern, ehe eine vertriebsreife Version vorliegt. Möglicherweise wird diese dann erneut auf der CES präsentiert. eSportler sollten sich die Veranstaltung zumindest im Kalender notieren.