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Polit-Wende, WM-Fiasko, EA-Verkauf: Die eSport-Überraschungen des Jahres

kicker

2026 steht vor der Tür und ist bereits in aller Munde, da zollen wir dem scheidenden Jahr noch einmal Respekt - schließlich war 2025 so einiges los im eSport.

Zu den unvorhergesehenen Entwicklungen zählten dabei beispielsweise der Wechsel des deutschen FC-Stars Jonas Wirth zum hierzulande kaum bekannten S8UL Esports aus Indien oder der schwerwiegende Verlust der Bayern-Lizenz im Hause eFootball. Zudem war mit dem holprigen, inzwischen gar historisch schwachen Start des Football Manager 26 nach zwei Jahren Vorlaufzeit so zunächst nicht zu rechnen.

Wirklich überraschend muteten alle drei Sachverhalte jedoch nicht an. 'Jonny' wechselte nicht das erste Mal zu einer ausländischen Organisation, über die EA-Rückkehr des FCB hatten sich monatelang Gerüchte gehalten und die FM-Probleme waren schon in der Beta offensichtlich geworden.

Aus den Latschen gehauen haben uns 2025 stattdessen folgende Geschichten:

... sieben dunkle Jahre überstehen

Stellen wir die offensichtliche Frage: Wie überraschend kann ein politischer Beschluss kommen, der seit Monaten im Koalitionsvertrag steht? In diesem Fall tatsächlich sehr überraschend. Schließlich fand sich das Bestreben, dem eSport die Gemeinnützigkeit zu attestieren, bereits 2018 das erste Mal in einem Papier der Bundesregierung wieder. Umgesetzt wurde die Idee allerdings nie - bis vor wenigen Wochen.

Dann aber war es so weit: Erst stimmte der Bundestag zu, dann folgte der Bundesrat und ein sieben Jahre andauernder Weg führte endlich zum lang ersehnten Ziel. Ab dem 1. Januar 2026 gilt der eSport in Deutschland als gemeinnützig. Ein wichtiger Schritt, von dem die Szene wirtschaftlich, aber auch sportlich profitieren soll. Und der Beginn einer neuen Zeitrechnung.

Sensations-GAU zum RBLZ-Abschied

Klare Sache: Schöne Überraschungen sind sicherlich diejenigen, die am meisten Freude bereiten. Allerdings können auch Enttäuschungen aus dem Nichts kommen - wie etwa bei der FC Pro World Championship 2025.

Dort war Anders Vejrgang als Titelverteidiger, als vielleicht größter Favorit auf die Trophäe und als scheidender Leipziger angetreten. Ein furioser Auftritt sollte es vor den lautstarken Anhängern seiner neuen Organisation Team Falcons dementsprechend werden.

Gelungen ist das jedoch nicht - ganz im Gegenteil. Bereits in der Gruppenphase musste der Däne die Segel streichen. Gegen den absoluten Underdog Aymane Ouardi - den Vejrgang tags zuvor noch 10:2 deklassiert hatte - unterlag er sensationell durch ein Gegentor in der Nachspielzeit mit 1:2. Eine Niederlage für die Ewigkeit, die Vejrgang im Nachgang in weniger überraschender Manier nahm.

EA SPORTS überzeugt zum Start

Deutlich positiver fiel 2025 indes EA SPORTS auf. Klingt komisch? Nach den vorherigen Jahren und ob der inzwischen wieder aufkeimenden Kritik eine nachvollziehbare Reaktion. Doch was der Entwickler im Rahmen des FC-26-Starts darbot, konnte sich wahrlich sehen lassen.

Community-Kritik gehört, Fehler eingestanden und es besser gemacht - so in etwa konnte man die Message aus Vancouver im Sommer zusammenfassen. Und tatsächlich: Als FC 26 erschien, war der Spielspaß zurück. Das Gameplay überzeugte und kam im kicker-eSport-Test deutlich besser weg als die Vorgänger.

Wenige Monate später mag etwas Ernüchterung eingekehrt sein. Einige notwendige Anpassungen sind EA SPORTS nicht vollends gelungen, zudem beschäftigt ein quasi unhaltbarer Volley-Glitch inzwischen sogar die Profis. Und doch ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Entwickler nach vielen Schritten in die falsche Richtung mindestens zwischenzeitlich umkehrte - womit wahrlich nicht zu rechnen war.

Saudi-Offensive in neuem Ausmaß

Wir bleiben bei EA SPORTS, aber bewegen uns eine Ebene nach oben zum Mutterkonzern Electronic Arts (EA). Denn auch bei diesem gab es 2025 eine faustdicke Überraschung: eine Rekord-Übernahme inklusive Börsenausstieg. Satte 55 Milliarden US-Dollar sollen dabei die Seiten wechseln.

Besonders bemerkenswert ist jedoch die Aufteilung zwischen den neuen Besitzern. Drei Parteien - der saudische Staatsfonds PIF, Silver Lake und Affinity Partners unter der Leitung von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner - erwarben die Softwarefirma aus Kalifornien, teilten die Anteile jedoch sehr ungleich auf.

Hauptanteilseigner wird mit weitem Abstand der PIF, dem nach Vollzug wohl über 93 Prozent von EA gehören. Eine durchaus diskutable Wendung. Schließlich steht die Regierung Saudi-Arabiens immer wieder in der Kritik, Menschenrechtsverletzungen zu begehen, und könnte sich hypothetisch in EA-Spielen positiv darstellen lassen.

Ob aus dem überraschenden Deal tatsächlich eSportswashing resultiert, lässt sich aktuell noch nicht sagen. EA selbst betonte aber bereits, die vollständige "kreative Kontrolle" über die eigene Arbeit behalten zu wollen.

Valve vernichtet Milliarden

Vollständig die Kontrolle verloren haben 2025 derweil zahlreiche Counter-Strike-Fans - und zwar über Teile ihrer Finanzen.

Verantwortlich dafür war ein Update von Entwickler Valve, das den florierenden Handel mit Waffen-Skins implodieren ließ und in Rekordzeit Handelswerte in Milliarden-Höhe dem Erdboden gleichmachte.

Aus heiterem Himmel hatte der Patch eine Funktion eingeführt, die es Spielern erlaubte, weniger seltene Items gegen Personalisierungen der höchsten Güteklasse einzutauschen. Ein Schritt, der Besitzer der besonders gefragten Skins immense Summen kostete und die letzte unserer fünf größten eSport-Überraschungen 2025 darstellt.

Doch was waren eure größten Überraschungen und Sensationen im endenden eSport- und Gaming-Jahr? Und was haltet ihr von unserer Auswahl? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!