Es müsste schon fast mit dem Teufel zugehen, sollte der HC Davos nicht Quali-Sieger der National League werden. 12 Verlustpunkte beträgt der Vorsprung auf die ersten Verfolger zurzeit, der Spengler Cup dürfte der Mannschaft noch einmal einen zusätzlichen Schub gegeben haben. Der gute Start hat Sportchef Jan Alston allerdings nicht überrascht, wie er gegenüber dem Blick verrät. Dass die Serie so lange angehalten hat, hat ihn schon eher überrascht.
"Wir haben viele Spiele gewonnen, die wir wahrscheinlich nicht hätten gewinnen müssen. Aber die Mannschaft hat oft einen Weg gefunden, im dritten Drittel zurückzukommen. Das zeigt viel Charakter in der Gruppe. Wir sind froh, dass wir einen so guten Start hingelegt haben, zumal diese Saison mit der Olympiapause etwas Besonderes ist."
Die Olympischen Spiele machen die Saison eigentlich zu zwei Saisons in einer. Nach drei Wochen Olympiapause komme eine Art Neuanfang, in der die gute Ausgangsposition von vor der Pause genutzt werden soll. Nach Olympia warten auf die Bündner noch sechs Spiele, im Optimalfall ist die Playoff-Qualifikation zu diesem Zeitpunkt längst eingetütet. Auch deshalb seien Punkte in der "ersten Saison" extrem wichtig.
Für die Zukunft hat der HCD schon nachgerüstet, mit wichtigen Spielern verlängert. Da sind aber auch Michael Fora oder Simon Knak, die den Verein verlassen werden. "Das hängt mit der Philosophie des HC Davos zusammen. Wir haben ein Budget, das wir einhalten muss, aber die sportlichen Erwartungen bleiben hoch. Wir müssen immer Platz für bestimmte Spielerprofile haben." So sei Davos eine gute Plattform für junge Spieler, aber auch ein idealer Ort für junge Väter.
Dass sich junge Spieler gut entwickeln, wichtig werden und irgendwann gehen, gehöre zum "Zyklus des Vereins". Weniger jung war Andres Ambühl bei seinem Abgang. Da man bereits seit circa drei Jahren darüber gesprochen hat, habe man verschiedene Szenarien für die Zeit nach Ambühl durchgespielt. "Es war eine Situation, in der die Entscheidung letztlich bei ihm lag. Zu einem Ambühl sagt man nicht: 'Du hörst auf'. Sein Rücktritt war gut überlegt und er hat seine zweite Karriere mittlerweile gut begonnen."