Der SC Langenthal verkündete am Freitagvormittag eine unerfreuliche Nachricht: Der Verwaltungsrat des Clubs habe entschieden, das Frauenteam aus der PostFinance Women's League zurückzuziehen. Der aktuelle Siebte der acht Teams starken Liga wird sich am Ende der laufenden Spielzeit aus dem Spielbetrieb zurückziehen. Langenthal zieht sich aber nicht nur aus der höchsten Frauenliga zurück, das Team wird im Anschluss komplett aufgelöst. Der Verein führt wirtschaftliche Gründe auf, betont aber auch geringe Chancen, für die unmittelbare Zukunft ein Team zusammenstellen zu können, das den notwendigen Anforderungen entsprechen würde.
Damit endet eine eigentliche Erfolgsgeschichte jäh. In den letzten zehn Jahren hat sich die Equipe aus der dritthöchsten Spielklasse bis ins Oberhaus hochgearbeitet und dabei fast ausschliesslich auf eigene Nachwuchsspielerinnen gesetzt. Das vermehrte Engagement der National-League-Vereine im Frauen-Eishockey habe den SC Langenthal vor immer grössere Probleme gestellt, da Spielerinnen oft zu ambitionierteren Vereinen abgewandert seien.
"Für uns ist dieser Entscheid unglaublich bitter und stimmt uns mit Blick auf das Schweizer Eishockey und die Entwicklung des Frauen-Eishockeys sehr nachdenklich, weil wir ohne Selbstverschulden in diese missliche Lage geraten sind", kommentierte Verwaltungsratspräsident Walter Ryser den Rückzug des Frauen-Teams.
Der SC Langenthal garantierte in diesem Rahmen den Spielerinnen die tatkräftige Unterstützung bei der Suche nach Anschlusslösungen. Man wolle sich dennoch weiterhin für die Förderung und Entwicklung des Frauen-Eishockeys einsetzen. Der SCL lässt sich die Option offen, womöglich in Zukunft wieder ein Frauen-Team zu lancieren.