Im Großen und Ganzen hatte sich der Großteil des Kaders schon im Vorfeld klar abgezeichnet. Lediglich einige kleinere Fragezeichen galt es für Bundestrainer Harold Kreis zu beantworten.
So hatten sich neben dem als Starter gesetzten Philipp Grubauer im Tor, der derzeit bei seinem NHL-Klub Seattle Kraken einen zweiten Frühling erlebt, drei weitere Spieler angeboten: Die formstarken Arno Tiefensee (Texas Stars/AHL) und Maximilian Franzreb (Adler Mannheim) sowie der langjährige Grubauer-Vertreter Mathias Niederberger (EHC Red Bull München), der für Deutschland viel Erfahrung bei großen Turnieren sammelte. Letztlich erhielt der erfahrene Niederberger, Sohn einer aus Mailand stammenden Italienerin, den Vorzug vor Tiefensee.
Szuber, Hüttl zunächst außen vor
In der Defensive verzichtete Kreis ein wenig überraschend auf Max Szuber (Tucson Roadrunners/AHL) und auch Leon Hüttl (ERC Ingolstadt). Den Vorzug erhielt insbesondere Korbinian Geibel von Meister Eisbären Berlin, der 2025 ein starkes erstes WM-Turnier gespielt hatte, zuletzt aber längerfristig verletzt gewesen war.
Mit Kai Wissmann steht auch der Berliner Kapitän und langjährige Leistungsträger im DEB-Aufgebot, obwohl dieser nach einer schweren Achillessehnenverletzung noch kein Spiel in der Saison 2025/26 absolvierte.
Silbermedaillengewinner fehlen
Gerade im Angriff hatte Kreis aufgrund der NHL-Stars die Qual der Wahl gehabt. Hier fielen dieser mit unter anderem Marcel Noebels, Leo Pföderl und Yasin Ehliz drei Silbermedaillengewinner von 2018 in Pyeongchang zum Opfer. Dagegen steht Ex-NHL-Akteur Tobias Rieder erstmals seit 2022 wieder im Aufgebot für ein großes Turnier.
Nicht zuletzt die starken Leistungen beim Deutschland Cup, aber auch bei früheren WM-Turnieren bescherten auch Parker Tuomie einen Platz unter den 14 nominierten Angreifern.
"Unsere Aufgabe bei der Kaderplanung war, die Rollenverteilung im Olympia-Team zu definieren und aus unserer Sicht bestmöglich zu besetzen", erklärte Kreis in einem ersten Statement via des Verbands. "Wir sind überzeugt, mit diesem Aufgebot nun die ideale Zusammenstellung des Kaders für die Olympischen Spiele gefunden zu haben."
Kader ist zunächst nur vorläufig
Der Kader ist bis zum 20. Januar zunächst nur vorläufig und gilt als Vorschlag an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der die abschließende Nominierung vornimmt. Zusätzliche Spieler stehen auf Abruf bereit. Unabhängig davon werden weitere acht Spieler an der Olympia-Vorbereitung in Bozen teilnehmen: Danjo Leonhardt, Stefan Loibl, Filip Varejcka (alle Straubing Tigers), Jonas Stettmer, Eric Mik (beide Eisbären Berlin), Yasin Ehliz, Maximilian Kastner (beide EHC Red Bull München) sowie Daniel Fischbuch (Iserlohn Roosters).
Deutschland trifft in Mailand in der Gruppe C zunächst am 12. Februar (Donnerstag, 21.10 Uhr) auf Dänemark. In den weiteren Gruppenspielen geht es am 14. Februar (Samstag, 12.10 Uhr) gegen Lettland sowie am Sonntag (15. Februar, 21.10 Uhr) gegen Mitfavorit USA.
Der deutsche Olympia-Kader im Überblick
Tor
Maximilian Franzreb (Adler Mannheim), Philipp Grubauer (Seattle Kraken), Mathias Niederberger (EHC Red Bull München)
Verteidigung
Leon Gawanke, Lukas Kälble (Adler Mannheim), Korbinian Geibel, Jonas Müller, Kai Wissmann (alle Eisbären Berlin), Moritz Müller (Kölner Haie), Moritz Seider (Detroit Red Wings), Fabio Wagner (EHC Red Bull München)
Angriff
Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Alexander Ehl, Marc Michaelis, Justin Schütz (alle Adler Mannheim), Dominik Kahun (Lausanne/SUI), J.J. Peterka (Utah Mammoth), Lukas Reichel (Abbotsford Canucks/AHL), Tobias Rieder (EHC Red Bull München), Joshua Samanski (Bakersfield Condors/AHL), Wojciech Stachowiak (Syracuse Crunch/AHL), Nico Sturm (Minnesota Wild), Tim Stützle (Ottawa Senators), Frederik Tiffels (Eisbären Berlin), Parker Tuomie (Kölner Haie)