Trainer Michael Liniger stellte sich dem Gespräch mit den Fan-Verantwortlichen, um die Situation zu besprechen. Der Frust war greifbar, vor allem nach der 0:4-Niederlage gegen Ambri. Nach dem Spiel hämmerten wütende Fans ans Plexiglas, als die Spieler sich von ihnen verabschiedeten. Doch die Anhänger bewiesen am Matchtag gegen den Zett auch Unterstützung - ein Signal an die Mannschaft, in der Krise nicht aufzugeben.
Die Spieler selbst sind sich der Lage bewusst. Captain Jan Kovar, der nach der jüngsten Niederlage im Kabinengang Statements abgab, räumte ein: "Unser Selbstvertrauen hat gelitten. Wir treten nicht befreit auf, das verlangsamt unser Spiel", wie er vom Blick zitiert wird. Besonders im Umgang mit dem Puck sei das spürbar. "Ist man im Kopf zu langsam, sind meist auch die Entscheidungen mit dem Puck schlecht", erklärte der 35-jährige Tscheche. Bereits zum Jahresauftakt hatte EVZ eine 0:7-Klatsche in Lausanne kassiert.
Trotz allem zeigt sich Kovar kämpferisch: "Auch ich muss mich steigern." Zudem erkennt er einen Aufwärtstrend. Sowohl gegen Freiburg (2:3 n.P.) als auch gegen Zürich (2:3 n.V.) war der Sieg greifbar. "Es war nicht alles nur negativ", so Kovar. Auch CEO Patrick Lengwiler betont, dass es in den letzten beiden Spielen nicht an Einsatz oder Wille gemangelt habe.
Trainer Liniger steht trotz der Niederlagenserie weiterhin fest im Sattel. "Wir vertrauen unserem Coach", stellt Kovar klar. Für eine mentale Erfrischung könnte das bevorstehende CHL-Halbfinal-Hinspiel gegen den schwedischen Meister Lulea sorgen. "Ein neuer Gegner, ein anderes System", sagt Kovar mit Zuversicht.