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Die UEFA Women's Champions League: Das ist die nagelneue UWCL

Lesezeit: 8 Min.
UEFA Womens Champions League UEFA

Die UEFA Frauen Champions League präsentiert sich in nagelneuem Gewand: ein neues Format, ein zentralisiertes Marketing, eine einheitliche TV-Produktion und -Vermarktung seitens der UEFA, exklusive Übertragungsrechte und nicht zuletzt mehr Geld für die Klubs  - und das alles schon ab der kommenden Saison 2021/2022! Die UEFA Women's Champions League wird ab sofort von DAZN übertragen.

Mit der Kampagne #TimeForAction will die UEFA dem Frauenfußball eine größere Reichweite und einen höheren Wert verschaffen und damit die Relevanz, die der Frauenfußball verdient. Die Umstrukturierung und neue Vermarktung der Frauen Champions League ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. 

Durch das neue Format gibt es mehr Spiele, eine gestiegene Durchlässigkeit, bessere Qualifikationschancen und eine größere Teilhabe für alle 50 Nationalverbände. Gleichzeitig bedeuten die umfangreichen Umstrukturierungen deutlich wachsende Einnahmen, von denen die Klubs profitieren. 

Die UEFA Frauen Champions League - das ist neu 

Insgesamt will die UEFA ab der nächsten Saison 24 Millionen Euro an die Teams der Frauen Champions League verteilen, vier Mal mehr als bisher. Allein für die Qualifikation der neu eingeführten Gruppenphase sind jedem Team 400.000 Euro Preisgeld garantiert. Das entspricht dem achtfachen dessen, was die 16 Achtelfinalisten aktuell ausgezahlt bekommen. Der Champions-League-Sieger kann bis zu 1,4 Millionen Euro gewinnen. 

Mehr als 5,5 Millionen Euro (23 Prozent der 24 Millionen) werden zudem als Solidaritätszahlung an alle Teams ausgeschüttet, dessen Nationalverbände Mannschaften für die Frauen Champions League melden. Die Verteilung hängt vom Abschneiden der jeweiligen Landesvertreter im Wettbewerb ab. Diese Zahlungen sind ausschließlich für die Weiterentwicklung des Frauenfußballs vorgesehen. 

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin nannte die Neustrukturierung einen "riesigen Schritt vorwärts. Das neue finanzielle Verteilungsmodell des Wettbewerbs wird den gesamten professionellen Frauenfußball in ganz Europa stärken." Darüber hinaus sei sie ein perfektes Beispielmodell für eine langfristige Weiterentwicklung im Fußball: "Mit den Solidaritätszahlungen als Herz des Projektes und den gestiegenen Prämien ist es garantiert, dass jeder von der Frauen Champions League generierte Euro in die Weiterentwicklung des Frauenfußballs fließen wird." 

Nadine Kessler, ehemalige deutsche Nationalspielerin und Weltfußballerin 2014, arbeitet heute als Leiterin der Abteilung Frauenfußball bei der UEFA - und war bei der Entwicklung der neuen Frauen Champions League entsprechend federführend. Und das über viele Jahre, wie sie sagt: "Nach mehr als drei Jahren Dialog und Beratung mit den nationalen Verbänden, Klubs und der ECA danken wir allen involvierten Parteien vom ganzen Herzen. Jede einzelne dieser Veränderungen ist getrieben von einer Vision in eine Richtung: vorwärts!" 

Die UEFA Frauen Champions League - wie funktioniert die neue UWCL?

Seit der Saison 2016/2017 wurden mit 64 Teams, die sich über unterschiedliche Wege qualifiziert haben oder Freilose bekamen, eine Runde der letzten 32 ausgelost, der Sieger nach Hin- und Rückspiel zog immer eine Runde weiter, bis zwei Finalisten feststanden. Die Champions League bestand nur aus K.o.-Runden - dieses Format ist ab sofort Geschichte. 

Ab der Saison 2021/2022 wird in der Frauen Champions League wie bei den Männern eine Gruppenphase eingeführt. In vier Vierergruppen spielt jedes Team an insgesamt sechs Spieltagen in Hin- und Rückspiel gegen jeden. Die beiden bestplatzierten der Vierergruppen ziehen ins Viertelfinale ein, das wie das Halbfinale in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird. Ab dem Viertelfinale kommt der Video Assistant Referee zum Einsatz. Das war bislang einzig im Endspiel der Fall. 

Die zwei verbliebenen Teams, die sich durchgesetzt haben, treffen in einem Finale aufeinander und spielen den Sieger der Frauen Champions League in einem Spiel an einem ausgewählten Ort aus. Mit dem Juventus Stadion in Turin und dem PSV Stadion in Eindhoven stehen auch schon die zwei Finalorte für die Champions-League-Saison 2022 und 2023 fest.  

Wie setzen sich die Vierergruppen zusammen? 

Das einfachste zuerst: Vier der insgesamt 16 Teams der Gruppenphase setzen sich zusammen aus dem Titelverteidiger und den drei Meistern der drei bestplatzierten Verbände (nach Klubkoeffizient, s. Rangliste ganz unten). Diese Teams sind als Gruppenköpfe gesetzt und müssen keine Qualifikationswege durchlaufen. 

Die Zusammenstellung der zwölf weiteren Teams ist etwas komplizierter.  

Um die zusätzlichen Teams zu ermitteln, die in die Gruppenphase einziehen, gibt es zwei Qualifikationswege: den Meisterweg und den Ligaweg. Auf beiden Wegen gibt es zwei Runden, an deren Ende sieben Teams aus dem Meister- und fünf Teams aus dem Ligaweg in die Gruppenphase einziehen. 

Wie setzen sich die Vierergruppen zusammen? Der Meisterweg 

In der ersten Runde des Meisterwegs steigen die nationalen Meister der Verbände ein, die in der UEFA-Rangliste ab Rang 7 gelistet sind. Es werden jeweils vier Teams ausgelost, die ein Mini-Turnier austragen, in dem zwei Halbfinals, ein Spiel um Platz 3 und 4 und ein Finale im K.o.-Modus ausgespielt wird. Alle Spiele finden an einem Spielort statt. Der Finalsieger zieht weiter in Runde 2 des Meisterwegs. 

Konkret in Zahlen ausgedrückt: 44 nationale Meister spielen in 11 Mini-Turnieren mit jeweils 4 Teams 11 Sieger aus, die in Runde 2 einziehen. 

In der zweiten Runde des Meisterwegs steigen die nationalen Meister der Verbände ein, die in der UEFA-Rangliste auf den Rängen 4, 5 und 6 gelistet sind. Gemeinsam mit den Finalsiegern aus Runde 1 werden Paarungen ausgelost, die in Hin- und Rückspiel ausgetragen werden. Die jeweiligen Sieger, am Ende insgesamt sieben Teams, ziehen in die Gruppenphase ein. 

Konkret in Zahlen ausgedrückt: Die 3 nationalen Meister der Ränge 4, 5 und 6 der UEFA-Rangliste werden mit 11 nationalen Meistern aus Runde 1 zusammengelegt, sodass sich aus 14 Teams 7 Paarungen ergeben, aus denen 7 Sieger nach Hin- und Rückspiel in die Gruppenphase einziehen. 

UEFA Frauen Champipns League Tasche Logo

Quelle: Getty Images

Wie setzen sich die Vierergruppen zusammen? Der Ligaweg

In der ersten Runde des Ligawegs steigen die drittplatzierten Teams der Verbände ein, die in der UEFA-Rangliste auf den Rängen 1 bis 6 gelistet sind, sowie die Vizemeister der Verbände auf den Rängen 7 bis 16. In vier Mini-Turnieren werden im K.o.-Modus zwei Halbfinals, ein Spiel um Platz 3 und 4 und ein Finale ausgespielt. Die vier Sieger ziehen weiter in Runde 2. Wie beim Meisterweg auch, werden alle Spiele eines Mini-Turniers an einem Ort ausgetragen.  

Konkret in Zahlen ausgedrückt: 6 national drittplatzierte Mannschaften und 10 Vizemeister spielen 4 Turniere mit jeweils 4 Mannschaften aus, deren 4 Sieger eine Runde weiterziehen. 

In der zweiten Runde des Ligawegs steigen die Vizemeister der Verbände ein, die in der UEFA-Rangliste auf den Rängen 1-6 gelistet sind. Gemeinsam mit den vier Finalsiegern aus Runde 1 werden Paarungen ausgelost, die in Hin- und Rückspiel fünf Sieger des Ligawegs ermitteln, die in die Gruppenphase einziehen. 

Konkret in Zahlen ausgedrückt: 6 Vizemeister und 4 Finalsieger aus Runde 1 ermitteln in 5 Duellen in Hin- und Rückspiel 5 Teilnehmer der Gruppenphase. 

UEFA Frauen Champions League Pokal

Über die zwei Qualifikationswege haben somit insgesamt 69 verschiedene Teams aus 50 nationalen Verbänden die Möglichkeit, sich in die Gruppenphase der Frauen Champions League zu spielen. Am Ende ist gewährleistet, dass Mannschaften aus mindestens zehn verschiedenen Landesverbänden unter die letzten 16 kommen. 

Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D
Titelverteidiger nationaler Meister #1 nationaler Meister #2 nationaler Meister #3
Sieger Meisterweg Sieger Meisterweg Sieger Meisterweg Sieger Meisterweg
Sieger Meisterweg Sieger Meisterweg Sieger Meisterweg Sieger Ligaweg
Sieger Ligaweg Sieger Ligaweg Sieger Ligaweg Sieger Ligaweg

Eine übersichtliche Eintrittsliste für die UEFA Frauen Champions League 2021/22 gibt es hier.  

Die Qualifikation für die Gruppenphase der UWCL - Beispiele 

In der Saison 2019/2020 wurde in der italienischen Serie A der Frauen Juventus Turin nationaler Meister. Italien ist derzeit die Nummer 15 der UEFA-Rangliste. Somit steigt Juventus Turin in die erste Runde des Meisterwegs ein. In einem Mini-Turnier mit vier Mannschaften muss Juve ein Halbfinale und ein Finale gegen andere, zugeloste nationale Meister gewinnen, um in Runde 2 einzuziehen. In Runde 2 wird dann ein weiterer Gegner ausgelost, der aus einem Topf mit zehn weiteren Mini-Turniersiegern und den drei Meistern aus Spanien (4. der UEFA-Rangliste), Niederlande (5.) und Schweden (6.) kommt. 

In der Frauen-Bundesliga in Deutschland ist die TSG 1899 Hoffenheim in der Saison 2019/2020 Dritter geworden. Da Deutschland aktuell die Nummer 2 im UEFA-Ranking ist, würde die TSG nach dem neuen Modus ab der ersten Runde des Ligawegs die Chance erhalten, sich für die Gruppenphase der Champions League zu qualifizieren. Dafür müsste sich Hoffenheim in einem Viererturnier in einem Halbfinale und Finale durchsetzen, um in der zweiten Runde in Hin- und Rückspiel auf einen Vizemeister aus Frankreich (1. der UEFA-Rangliste), England (3.), Spanien (4.), Niederlande (5.) oder Schweden (6.) zu treffen. 

Die UEFA-Rangliste der Verbände nach Klubkoeffizienten (Stand: Mai 2021)

Rang Land Punkte
1 Frankreich 92.000
2 Deutschland 75.500
3 England 67.000
4 Spanien 61.500
5 Niederlande 41.000
6 Schweden 40.500
7 Kasachstan 40.500
8 Tschechische Republik 38.000
9 Island 36.000
10 Dänemark 34.500
11  Belarus 29.500
12 Schweiz 28.500
13 Norwegen 28.250
14 Schottland 26.500
15 Italien 26.000
16 Zypern 24.500
17 Litauen 21.000
18 Österreich 20.000
19 Serbien 20.000
20 Polen 20.000
21 Russland 17.500
22 Bosnien und Herzegowina 17.500
23 Ukraine 16.000
24 Portugal 16.000
25 Belgien 14.500
26 Rumänien 12.500
27 Albanien 11.500
28 Finnland 11.000
29 Griechenland 10.500
30 Ungarn 9.000
31 Kosovo 8.000
32 Türkei 7.500
33 Slowenien 7.000
34 Kroatien 7.000
35 Republik Irland 6.500
36  Slowakei 5.000
37 Israel 5.000
38 Bulgarien 4.500
39 Wales 4.500
40 Estland 4.500
41 Montenegro 4.000
42 Georgien 3.000
43 Färöer-Inseln 3.000
44 Nordirland 2.000
45 Malta 1.500
46 Moldawien 1.500
47 Armenien 1.000
47 Lettland 1.000
47 Nordmazedonien 1.000
47 Luxemburg 1.000

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