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25 Jahre SKN: Auf der Suche nach sich selbst

kicker

Nein, Marko Arnautovic ist noch nicht da. Er wird nicht Nachfolger des zu Rapid abgewanderten Claudy Mbuyi. "Der passt nicht in unser regionales Profil", scherzte Geldgeber Dieter Wieser am Dienstag auf der Baustellen-Party des SKN St. Pölten in der letzten September teils gefluteten NV Arena.

Arnautovic kommt (wenn überhaupt irgendwann) eventuell am Donnerstag nach St. Pölten. So er vorher doch für Besiktas unterschreiben sollte und für den türkischen Spitzenklub beim Test gegen den SKN in irgendeiner Form teilnimmt.

Dann wäre hier wohl ähnlich die Hölle los wie 2007, als Fenerbahce vor seinem Test beim SKN (damals Aufsteiger in die Regionalliga Ost!) unverhofft seine frisch aus Brasilien eingeflogene Neuerwerbung von Real Madrid, Roberto Carlos, beim Dönerschneiden am Voith-Platz präsentierte.

5.000 Fans gegen Besiktas

Aber auch so sind für das Jubiläumsspiel des 25 Jahre alten Vereins gegen Besiktas am Donnerstag (19 Uhr) bereits über 4.500 Tickets abgesetzt. "Die 5.000er-Marke knacken wir sicher", sagt Geschäftsführer Matthias Gebauer.

In jedem Fall sind die Wölfinnen und Wölfe vereint. Die Geldgeber rund um Wieser haben mit ihrer "SKN Investment GmbH" dem einstigen Großsponsor "spusu" dessen 49 Prozent Anteile am Frauen-Verein abgenommen. Der SKN wird künftig (abgesehen von den Lizenzierungsverfahren) als eine gemeinsame Marke geführt werden.

Nach der symbolischen Beseitigung der Baustelle versicherte Wieser dem kicker auch noch: "Wir werden keinen Sponsor mehr ins Logo nehmen. Wir suchen jetzt einmal unsere Identität." Nun habe man wieder "die große Chance, den Verein selbst zu führen".

„Wir werden keinen Sponsor mehr ins Logo nehmen. Wir suchen jetzt einmal unsere Identität.“ (SKN-Geldgeber Dietmar Wieser)

Einen kleinen, aber feinen, Unterschied im Logo gibt es freilich schon. Jenes der Wölfinnen ziert seit dem zehnten Meistertitel ein Stern. "Theoretisch könnten die Männer ja in den nächsten elf Jahren gleichziehen", scherzte Frauen-Präsident Wilfried Schmaus in Richtung Zweitliga-Entourage.

Wölfe-Trainer Cem Sekerlioglu nahm allerdings weder das Wort "Aufstieg" in den Mund, noch deklarierte er ein Saisonziel. Er versicherte lediglich, dass die Mischung zwischen jungen und alten Spielern stimme, und meinte zum Thema Spielstil: "Ich habe lieber den Ball."

Bei den Wölfinnen liegen die Ziele auf den Pfoten: Erfolgreiche Titelverteidigung von Meisterschaft und Cup, sowie die Teilnahme an der Champions-League-Ligaphase. Trainerin Lisa Alzner lobte das "neue Mindset" ihres Rudels. Die Blutauffrischung (17 Spielerinnen gingen, 14 kamen) habe gut getan. Die Sportliche Leiterin, Tanja Schulte, sieht die Wölfinnen "stärker aufgestellt als vorher".

Kapitänin Jennifer Klein ist geblieben. "Ich möchte hier weiter wachsen", verriet sie dem kicker und ortet eine "Aufbruchsstimmung. Es wollen ja sehr, sehr viele Spielerinnen unbedingt zu uns in den Verein kommen."

Dass es erstmals zwei Europacup-Bewerbe gibt, findet Klein "cool. Wenn wir das Play-off nicht schaffen sollten, spielen wir halt nicht gegen Weltklasse-Vereine in der Champions League, sondern gegen Klubs auf unserer Augenhöhe im Europacup."

Die erste Doppelveranstaltung in der sanierten NV Arena steigt am 15. August, wenn die Männer in der 2. Liga die Vienna empfangen (18 Uhr) und anschließend die Frauen gegen die Döblingerinnen das Auftaktspiel der Admiral Frauen-Bundesliga (20.30 Uhr LIVE! bei kicker) bestreiten. Drei bis fünf weitere "Doppel" sind im Herbst möglich, je nachdem wie sehr die Wölfinnen international eingespannt sein werden.

Daxi und Co. beim Legenden-Stammtisch

Anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums lassen es sich auch die drei noch lebenden Gründungsmitglieder des SKN - Sepp Hintermeier (Ex-Präsident), Christian Walter (Ex-Schriftführer) und Raphael Landthaler (Ex-Kassier) - nicht nehmen, Freitag ab 18 Uhr im Gasthaus Graf (beim Bahnhof) zum SKN-Stammtsich zu laden.

Unter dem Motto "Wie alles begann" werden neben dem Trio unter anderem Sir Karl Daxbacher (erster Coach und mehrfacher Meistertrainer des Klubs) und Hannes Weber (erster Kapitän) den Fans die eine oder andere Anekdote zum Besten geben.