Zweimal stand Tarek Buchmann an den ersten beiden Spieltagen der Regionalliga Bayern in der Startelf des FCB-Nachwuchses, zweimal nahm in Trainer Holger Seitz nach etwa einer Stunde aus dem Spiel. Es ist ein Abwägen zwischen der Erkenntnis, dass Buchmann endlich voll einsatzfähig ist, andererseits die Belastung nach fast zwei Jahren Verletzungspause gesteuert werden muss.
Buchmann, Jahrgang 2005, wechselt 2019 vom FC Augsburg zum FC Bayern und gilt schnell als größtes Innenverteidiger-Talent des FC Bayern. Ohne seine Verletzungen, die ihn in den vergangenen drei Saisons über hundert Spiele verpassen lassen, hätte er vermutlich längst nicht nur mit dem Profiteam trainiert, sondern dort auch seine Minuten bekommen. Vielleicht wäre er wie Paul Wanner und andere Talente auf der "Profi-Walz", hätte andernorts per Leihe Erfahrung gesammelt.
Dies soll Buchmann nun in der neuen Saison beim 1. FC Nürnberg nachholen, nachdem er mehrere Muskelbündelrisse mit Sehnenbeteiligung sowie eine Schulterverletzung hinter sich gelassen hat. Die letzte Muskelverletzung im Oberschenkel führte gar zu einer OP bei einem Spezialisten in Finnland und eine anschließend entsprechend langen Reha.
Klose kennt Buchmann aus der U 17
Nun also Nürnberg, der Club, und die berechtigte Frage, ob diese Liga und dieser Verein zum Wiedereinstieg nach der langen Pause taugen. Die Verantwortlichen beim FC Bayern glauben: ja! Bereits zuvor gingen mehrere Anfragen aus der 2. Liga ein, die beim Rekordmeister kritisch gesehen wurde. Bei der des 1. FC Nürnberg stellt sich die Situation jedoch anders dar.
Erstens, so heißt es vonseiten des FCB, hat Trainer Miroslav Klose Buchmann beim FC Bayern in der U 17 trainiert. Er kennt Stärken, Schwächen und Verletzungen, weiß, wie er den Innenverteidiger belasten darf. Zweitens benötigt Buchmann viel Spielpraxis, muss er die verlorenen Minuten in den vergangenen zwei Jahren aufholen, Nürnberg könnte dafür der ideale Standort sein.
Denn, drittens, Buchmann könnte auch im Regionalliga-Team des FCN aushelfen, wenn im Profiteam die Plätze vergeben sind. Damit würde er sich im Vergleich zum FC Bayern nicht verschlechtern, beide zweite Mannschaften spielen in dieser Liga. Die Bayern wiederum können den Abgang Buchmanns verkraften, verfügen über genügend Innenverteidiger im Nachwuchsbereich, etwa den erst 16-jährigen Cassiano Kiala. Die Konstellation sollte also passen. Jetzt muss Buchmann nur noch gesund bleiben.