Sieben Pflichtspiele überstand José Barcala als neuer Bayern-Trainer schadlos, ehe es am Dienstagabend die erste Niederlage für den Spanier gab. Diese fiel dafür umso heftiger aus: Mit 1:7 kamen die Münchnerinnen in Barcelona unter die Räder und liefen dabei quasi von Anpfiff bis Abpfiff hinterher. Ein gebrauchter Abend für den amtierenden Double-Sieger.
"Die Spielerinnen sind frustriert", fasste Barcala nach Abpfiff gegenüber Disney+ die Gefühlslage seiner Akteurinnen zusammen, ehe er Einblick in seine Gedankenwelt gab: "Ich bin sehr traurig und enttäuscht mit einer Leistung, die nach unseren Standards inakzeptabel war." Deutliche Worte, die er auch im Kreise der Mannschaft gewählt habe.
Bayern "zu fast jedem Zeitpunkt zu spät"
Als Hauptgründe für die Pleite in Katalonien hatte der Münchner Cheftrainer schnell zwei Ursachen ausgemacht: "Die Fähigkeit, direkte Duelle zu gewinnen und das Springen." Hier habe sein Team zu selten kompakt genug agiert und das richtige Timing gehabt. "Wir waren zu fast jedem Zeitpunkt zu spät", bemängelte der Spanier, dem sich Pernille Harder unisono anschloss: "Wir haben nie wirklich Zugriff auf sie gehabt."
Stattdessen, so die Dänin weiter, habe man den spielstarken Katalaninnen zu viel Zeit mit dem Ball gegeben. Ein fataler Fehler, denn: "Wenn sie zu viel Zeit mit dem Ball bekommen, sind sie überall." Womit die Bayern an diesem Dienstagabend nirgendwo auf dem Platz zurechtkamen.
Die "Standortbestimmung", wie Barcala das Duell im Nachgang umriss, legte für Harder eines daher deutlich offen: "Wir müssen uns das Spiel anschauen und gucken, was wir besser machen können, wenn wir gegen ein Team wie Barcelona spielen. So weit sind wir noch nicht." Ein Status Quo, den auch ihr Trainer akzeptieren musste: "Die Realität ist, dass wir weiter arbeiten und daraus lernen müssen."