Fehlercode: %{errorCode}

Bayers Pokalerfolg: Vier Tore - und noch mehr Fragezeichen

kicker

Blickte man nach den 90 Minuten auf das Ergebnis, war alles in Ordnung. Stellt das 4:0 gegen den Regionalligisten doch ein Resultat dar, das nach diesem Pokal-Wochenende sicherlich der eine oder andere Bundesligist mit Kusshand genommen haben wird. Gestalten sich solche Partien gegen tieferklassige Mannschaften, die sich aber bereits im Wettkampfrhythmus befinden, doch regelmäßig schwierig.

Großaspachs Pressing war konsequenter als das von Bayer

Doch der Auftritt der Mannschaft von Erik ten Hag warf bei dessen Pflichtspieldebüt als Bayer-Trainer Fragen auf. Ließ der Vizemeister doch gegen den Regionalliga-Aufsteiger zu viele Chancen zu, spielte nur selten mit einem wirkungsvollen Pressing, leistete sich aber gegen den Viertligisten, der sein Pressing deutlich konsequenter umsetzte, immer wieder relativ leicht Ballverluste, brachte sich selbst dadurch wiederholt in Bedrängnis.

Geschäftsführer Simon Rolfes urteilte mit dem Wissen, dass der Kader noch lange nicht steht und einige wichtige Akteure fehlten, milde. "Am Ende haben wir es souverän und auch verdient gewonnen. Insgesamt haben wir es ganz gut gemacht", sagte der 43-Jährige, der aber auch kritisch anmerkte: "Es gab unterschiedliche  Phasen, in denen wir zu viel Druck bekommen haben."

Auch wenn man Partien in der ersten Runde des Pokals nicht überbewerten soll, dienten die 90 Minuten doch als klarer Beleg dafür, dass auf Bayer 04 und ten Hag noch viel Arbeit zukommt. Überzeugend war der Auftritt keinesfalls, bei dem sich Leverkusen phasenweise viel zu weit hinten rein drängen ließ und erst nach dem ersten und besonders nach dem zweiten Platzverweis für die Gastgeber das Ergebnis von 1:0 auf 4:0 hochschraubte.

„Mit dem Platzverweis wurde es einfacher, zum Glück.“ (Ibrahim Maza)

"Es war schwierig am Anfang, aber es war auch zu erwarten gegen so einen Gegner in der ersten Runde im Pokal. Mit dem Platzverweis wurde es einfacher, zum Glück", urteilte der von Hertha BSC gekommene Ibrahim Maza, der als halblinke Offensivkraft immer wieder seine technischen Möglichkeiten angedeutet, aber noch zu oft die falschen Entscheidungen getroffen hatte.

Trotzdem war der 20-Jährige einer der Besseren bei der Werkself, für die auch der frisch verpflichtete und eingewechselte niederländische U-21-Nationalspieler Ernest Poku mit seiner Vorlage zu Arthurs 2:0 Pluspunkte sammelte. Und auch der 18-jährige Stürmer Christian Kofane konnte als Joker direkt seinen ersten Treffer und seine erste Torvorlage verzeichnen. All dies allerdings gegen den eben zu diesem Zeitpunkt bereits dezimierten Gegner.

„In bestimmten Phasen haben wir Schwierigkeiten gehabt.“ (Bayer-Coach Erik ten Hag)

Erik ten Hag gab sich nachher zufrieden, räumte aber auch die unübersehbaren Probleme ein. "Das war für Großaspach das Spiel des Lebens. Und so haben wir es auch angenommen. Macht man das nicht, kann man Schwierigkeiten bekommen. In bestimmten Phasen und Situationen haben wir die auch gehabt", analysierte der 55-Jährige, "am Ende ist das Ergebnis auch verdient. Damit können wir leben. Wir haben gute Phasen gehabt, aber auch Sachen, die wir ausbauen müssen."

Der letzte Teil der Aussage war unstrittig, der erste jedoch schon. Rief dieser doch nicht unbegründet den Widerspruch seines Großaspacher Kollegen hervor. "Ich widerspreche ungern einem Bundesliga-Trainer, weil ich enormen Respekt habe vor ihm, aber  trotzdem fand ich das Ergebnis zu hoch", erwiderte Pascal Reinhardt.

Die Partie dient Bayer als Hinweis, dass noch deutlicher Verbesserungsbedarf besteht

Auch wenn es bei diesem Ergebnis nicht den Anschein hatte, hatte in der Tat der inkonsequente Auftritt der Werkself in Kombination mit dem leidenschaftlichen der Gastgeber dafür gesorgt, dass die Partie durchaus ein böses Ende für den Bundesligisten hätte nehmen können. Alle Beteiligten bei Bayer tun gut daran, dieses Spiel als Hinweis dafür zu deuten, dass noch auf verschiedenen Ebenen deutlicher Verbesserungsbedarf besteht.