Training am frühen Nachmittag, zweimal wöchentlich auch vormittags: Bei Chemie Leipzig ändern sich die Übungszeiten. Möglich macht dies der gezielte sommerliche Umbruch im Kader: Sei die Chemie-Elf bisher gespickt gewesen mit gestandenen Spielern, die sich bereits ihre berufliche Existenz neben dem grünen Rasen aufgebaut und mit dieser ihren Lebensunterhalt bestritten hätten, setze man fortan auf 'junge Wilde', die noch am Anfang ihrer Karriere stünden, heißt es auf der Homepage des Vereins. "Das sind Spieler, die Qualität und Talent mitbringen, aber trotzdem in unser Budget passen", erklärt David Bergner von der sportlichen Leitung: "Und bereit sind, siebenmal in der Woche hart zu trainieren."
Dass damit bei den Chemikern auch das Profitum Einzug hält, relativieren die Verantwortlichen etwas: "So weit sind wir noch nicht", sagt etwa Vorstandsmitglied Gregor Schoenecker, "wir wissen sehr genau, was uns von den Vereinen trennt, die unter richtigen Profibedingungen arbeiten. Aber wir haben ein klares Ziel, diesen Abstand zu verringern." Auch Uwe Thomas, Teil der Leipziger Führungsriege, betont dieses Vorhaben: "Die Jungs müssen spüren: Hier entwickelt sich etwas in die richtige Richtung. Und bis wir auch in anderen Bereichen Profiniveau erreicht haben werden, tun wir unser Bestes, dass Jungs hier Spaß an ihrer Leidenschaft und an ihrem Job haben können."
Auch die Jugend profitiert
"Letzte Saison kamen die Jungs abends zwar motiviert, aber mitunter erschöpft von der Arbeit oder vom Studium. Schon die Konzentration für die Videoanalyse hochzuhalten, fiel da schwer. Unter solchen Bedingungen wirst du auf Dauer den Anschluss verlieren", betont auch Cheftrainer Adrian Alipour die Notwendigkeit für eine Veränderung.
Ein positiver Nebeneffekt: Von der neuen Trainingsstruktur bei Chemie soll künftig auch der Nachwuchs profitieren, der nun auch im Winter abends trainieren kann.