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BFC Dynamo: Analyse statt Aktionismus

kicker

Der BFC Dynamo hat gegen den SV Babelsberg eine deutliche 0:4-Niederlage im heimischen Sportforum hinnehmen müssen, quittiert mit lautstarken Pfiffen der eigenen Fanszene. Eine bittere Pleite, die viele Fragen zu einem frühen Zeitpunkt in der Spielzeit 2025/26 aufwirft. "Wenn man nur das Ergebnis betrachtet, ist es schwer, eine Erklärung dafür zu finden", sagt Enis Alushi, Geschäftsführer Sport beim BFC. Eine tiefgehende Analyse sei nun notwendig, insbesondere aus fußballerischer und taktischer Sicht. "Wir müssen genau erörtern, was falsch gelaufen ist."

Der 39-Jährige, seit Anfang des Jahres beim einstigen DDR-Serienmeister im Amt, verwies auf die angespannte Personallage und die hohe Belastung durch zahlreiche Spiele innerhalb kurzer Zeit. Zudem gab es in der Sommerpause einen XXL-Umbruch im Kader. "Die vielen Verletzungen und das dichte Programm der letzten zehn bis vierzehn Tage fordern ihren Tribut - sowohl körperlich als auch mental", erklärt Alushi. Trotz der Umstände ließ der Ex-Profi keinen Zweifel daran, dass die Leistung gegen Babelsberg nicht den Ansprüchen des Vereins entspricht: "Vier Gegentore in einer Halbzeit - das darf in einem Heimspiel einfach nicht passieren. Das ist weder unser Anspruch noch der Anspruch des BFC oder der Mannschaft."

Innerhalb von lediglich drei Minuten kassierten die Berliner allein drei Gegentreffer gegen die Potsdamer. "Wir sind nach dem 0:1 auseinandergebrochen", resümiert BFC-Trainer Dennis Kutrieb. "Es gilt jetzt inhaltlich zu arbeiten und nicht in wilden Aktionismus zu verfallen." Denn die Defizite sollen indessen sorgfältig analysiert werden, mit dem Ziel, die Fehler in Zukunft zu vermeiden.

Vorläufiger Tiefpunkt

Das Ergebnis markierte jedoch den vorläufigen Tiefpunkt der Englischen Woche, in der die Berliner nur einen Zähler beim 1:1 gegen den ZFC Meuselwitz holen konnten. Zudem gab es in dieser Zeit noch ein 3:4 beim 1. FC Magdeburg II. Nach sechs Saisonspielen stehen lediglich vier Punkte für den Tabellen-15. zu Buche. "Mit der Punktausbeute sind wir absolut nicht zufrieden", räumt Alushi ein. Besonders zu Saisonbeginn habe das Team gute Leistungen gezeigt, die jedoch nicht mit den gewünschten Ergebnissen belohnt wurden. "Realität ist, dass wir aus sechs Spielen nur vier Punkte haben - und das ist nicht akzeptabel."

Neben der schwachen Punkteausbeute sieht der BFC-Sportchef vor allem in der Defensive Handlungsbedarf: "Wir kassieren zu viele Gegentore und müssen defensiv stabiler stehen. Gleichzeitig müssen wir im letzten Drittel effektiver werden, um mehr Punkte einzufahren." Bisher stehen schon 14 Gegentreffer für den BFC zu Buche. Dies bedeutet immerhin die zweitschwächste Defensive der Liga.

Alushi betont zudem die Gefahr, in einen Negativstrudel zu geraten, und erklärt: "Wir möchten alles daransetzen, um schnellstmöglich wieder in die Erfolgsspur zu kommen." Auf die Frage, wie der Verein nach einer derart deutlichen Niederlage weitermachen wolle, zeigte sich der BFC-Sportchef kämpferisch: "Wir müssen jetzt als Team enger zusammenrücken, die Probleme klar ansprechen und kritisch mit uns selbst sein."

Vertrauen in Kutrieb

Die anstehende Pause bis zum nächsten Regionalligaspiel am 12. September gegen Hertha BSC II - unterbrochen von einem Landespokalspiel in der zweiten Runde am 4. September gegen den VfB Berlin 1911 (Bezirksliga) - soll genutzt werden, damit die Mannschaft sowohl mental als auch körperlich regenerieren kann.

Abschließend stellte sich auch die Frage nach der Zukunft von Trainer Dennis Kutrieb. Der Sportchef nahm jeglichen Spekulationen (vorerst) den Wind aus den Segeln, sagt auf kicker-Nachfrage: "Der Trainer steht bei uns definitiv nicht zur Disposition. Wir wussten im Voraus, welche Herausforderungen auf uns zukommen können. Dementsprechend werden wir das alles gemeinsam analysieren, gemeinsam erarbeiten und gemeinsam aus dieser Scheiße wieder herauskommen."