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Bielefeld erneut im Freudentaumel: "Man hört's, die Alm brennt"

kicker

Es dauerte bis tief in die Nachspielzeit, da war klar: Arminia Bielefeld ist fast nicht zu schlagen und der Pokal ein DSC-Wettbewerb. Trotz hartem Kampf erzielte Isaiah Young in der dritten Minute der Nachspielzeit den Lucky Punch, brachte die Alm zum Kochen und war danach mehr als nur glücklich.

Nahezu euphorisch und etwas außer Atem versuchte der erst in der 79. Minute eingewechselte US-Amerikaner und Ex-Bremer, sein Tor am Mikrofon des ZDF zu analysieren, bei dem er nach einem Konter plötzlich völlig blank gestanden war: "Mein erster Gedanke war die lange Ecke, doch dann hat sich der Keeper etwas bewegt und ich habe die kurze Ecke genommen."

Während auf dem Platz die Spieler also noch versuchten zu verstehen, dass der Arminia als jüngstem Pokalfinalist (2:4 gegen Stuttgart) erneut der große Wurf gelungen war, feierten die Fans im Hintergrund ihre Mannschaft, die aktuell in bestechender Form ist.

"Man hört's, die Alm brennt. Es war ein Mega-Pokalfight und es ist unfassbar, was hier los ist", zeigte sich auch Sam Schreck begeistert, nachdem er sein Startelfdebüt in dieser Saison gefeiert hatte. Dennoch war es ein Spiel, das in beide Richtungen hätte kippen können.

Erst die Gelb-Rote Karte für Bremens Leonardo Bittencourt brachte die Arminia im zweiten Abschnitt richtig ins Spiel. "Ich denke, dass Bremen das gerade in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht hat. Da hatten wir wenig Zugriff", ging Schrecks Analyse weiter. "Die Rote Karte hat uns dann natürlich in die Karten gespielt - und dann haben wir es dann auch relativ seriös runtergespielt."

„Am Ende gewinnen wir das Ding hier 1:0.“ (Mael Corboz)

Das sah sein Kapitän Mael Corboz, der wenige Stunden vor dem Spiel seinen Vertrag auf der Alm verlängert hatte, etwas anders. Man habe es nach der Roten Karte "erstmal nicht wirklich hinbekommen", aber trotzdem seien die Fans immer da - und das "ist einfach überragend. Ich mache das hier zum 40. Mal und ich habe immer noch Gänsehaut vor dem Spiel". Wie am Ende dann der Sieg entsteht, sei dem 30-Jährigen "kackegal, am Ende gewinnen wir das Ding hier 1:0".

Als Aufsteiger auf Rang 1 in der 2. Bundesliga, dazu im Pokal eine Runde weiter, nachdem man es erst in der vergangenen Saison bis ins Finale geschafft hatte. Der Kapitän hatte für diesen Lauf nicht wirklich Worte parat, konnte selber nicht so richtig beantworten, "wie wir das hinbekommen haben". Doch eines war für den 30-Jährigen klar: Es brauche "ganz viel Teamwork. Ich glaube, wir haben die Wege in die Box 20-mal gemacht - beim letzten Mal hat es dann geklappt. Das ist unsere Mentalität."

Zum Abschluss wagte Corboz dann noch einen Blick in die Zukunft: "Wir reiten auf einer positiven Welle seit sieben Monaten, aber wir schauen trotzdem von Spiel zu Spiel". Dennoch dürfte ihm nicht entgangen sein, dass die Euphorie in Bielefeld mehr als nur aus gewonnenen Spiele entspringt, weshalb auch Corboz nochmals die "Mentalität" seines Teams herausstellen wollte. Auch deshalb sei es für ihn ein "No-Brainer gewesen, hier zu verlängern und jedes Spiel hier zu genießen".