Der FC Hennef 05 hat den Klassenerhalt in der Mittelrheinliga am letzten Spieltag gesichert. Mit einem 2:1-Heimerfolg gegen TuS Blau-Weiß Königsdorf krönte der Klub eine Aufholjagd, die noch vor wenigen Wochen nicht absehbar war: Vier Siege in den letzten fünf Spielen machten die Rettung perfekt.
"Vielleicht brauchen manche Jungs halt ein bisschen mehr Druck. Die Hauptsache ist, dass es am Ende geklappt hat", erklärt Innenverteidiger Nils Teixeira, der in der kommenden Saison als Cheftrainer an der Seitenlinie stehen wird. Die Anspannung sei auch für ihn spürbar gewesen: "Routine ist es nicht, aber wenn du mit einem ruhigen und klaren Kopf da reingehst und dich gut vorbereitest, läuft es meistens gut."
Grundtugenden
Hennefs Sportlicher Leiter Frank Fußhöller macht vor allem Grundtugenden für den tollen Schlussspurt verantwortlich: "Das war eine klassische Charakterfrage. Einstellung, Disziplin, Fleiß - das sind die Tugenden, mit denen du im Abstiegskampf bestehst." Ein Schlüssel war auch Interimscoach Martin Gerards, der zugleich Vereinsvorsitzender ist. "Bei ihm gab es keine Namen, es wurde nach Trainingsleistung aufgestellt", so Fußhöller. Der Plan ging auf: Unter Gerards holte die Mannschaft 13 Punkte aus sechs Spielen.
Teixeira agierte in dieser Phase im Hintergrund: "Direkte Ansprache und Aufstellungen waren Martins Aufgabe, ich habe eher unterstützt und die Richtung vorgegeben." Mit der neuen Rolle als Cheftrainer beendet der ehemalige Profi seine aktive Laufbahn: "Es ist unfassbar schwer, das parallel zu machen. Ich bin nicht der Typ, der sich selbst aufstellt."
"Nicht von Anfang an geplant"
Dass der 34-Jährige die erste Mannschaft übernimmt, war zu Saisonbeginn nicht abzusehen. "Wir haben das nicht von Anfang an geplant", sagt Fußhöller. "Die Idee hat sich mit der Zeit entwickelt - er ist ein super Typ, ein Fußballfachmann, der sich für die Aufgabe angeboten hat." Zunächst hatte man auch über eine Position im Jugendbereich oder als Co-Trainer gesprochen.
Teixeira bringt neben seiner Erfahrung als Spieler (u.a. Arminia Bielefeld, Dynamo Dresden, FSV Frankfurt) auch eine klare Vorstellung mit: "Das sollte auf Augenhöhe passieren. Die Spieler, mit denen ich gespielt habe, wissen, dass ich das gut einschätzen kann." Für ihn stehen Teamgedanke, Respekt und Freude am Spiel im Vordergrund: "Ich will das ambitionierter machen, es macht mir Spaß, aber ich will den Fußball nicht neu erfinden." Bei der Trainingsgestaltung setzt er auf Qualität vor Quantität: "Lieber dreimal die Woche mit Hand und Fuß trainieren als achtmal und es bringt nichts."
Auch wenn in der Sommerpause Bewegung in den Kader kommen wird, ist ein größerer Umbruch nicht geplant. "Das Gesicht der Rückrunde bleibt erhalten", so Fußhöller. Sieben Spieler aus den letzten beiden U-19-Jahrgängen rücken in den Kader auf. Ergänzt wird die Mannschaft durch gestandene Kräfte wie Burak Mus und Kai Schusters, die schon länger das Gerüst bilden. Der Kurs für die kommende Saison ist damit abgesteckt: Der FC Hennef setzt auf Kontinuität - mit frischen Impulsen aus der eigenen Jugend und einem Trainer an der Seitenlinie, der den Verein und die Mannschaft bestens kennt.