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Bischofs kurioses Debüt

kicker

Es kommt nicht so häufig vor, dass ein Spieler in der deutschen A-Nationalmannschaft debütiert, ohne sich zuvor auch in der U 21 bewährt zu haben. Bei Tom Bischof war das der Fall, bereits im Juni hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann dem von Hoffenheim zum FC Bayern gewechselten Mittelfeldspieler einen ersten Auftritt im A-Team gegönnt beim Spiel um Platz drei in der Nations League gegen Frankreich (0:2). Und damit signalisiert, dass der hochveranlagte 20-Jährige eine besondere Kategorie Spieler repräsentiert.

Das zeigte sich dann auch am Freitag in Jena, wo Bischof gleich sein nächstes Debüt feierte, diesmal in der U 21, die der Neuling allerdings sofort als Kapitän anführte. "Darüber habe ich mich sehr gefreut", versicherte Bischof nach seinem bereits 38. Juniorenländerspiel, das er gegen Griechenland ebenso verlor, wie das A-Debüt, "das hatte ich mir natürlich ein bisschen besser vorgestellt."

Di Salvos Argumente

"Ich habe gerne einen Spieler als Kapitän im Zentrum des Spiels und ich habe Tom in den Trainingseinheiten schon so wahrgenommen, dass er den Mund aufmacht, dass er sowohl Dinge hart ansprechen kann, wenn was nicht so läuft, und genauso auch positiv versucht, die Mannschaft zu pushen. Deswegen fiel die Wahl auf Tom", erläuterte Trainer Antonio Di Salvo seine Überlegungen, nachdem die bisherigen Bindenträger Aljoscha Kemlein und Finn Jeltsch ausfielen.

Bischof führte schon die U 19 an

Bischof weiß schließlich auch, was zu tun ist in dieser Rolle, auch die U 19 hatte der als bestes Talent seines Jahrganges ausgezeichnete Linksfüßer bereits als Kapitän angeführt. "Tom hat ein ordentliches Spiel gemacht, auch wenn nicht alles funktioniert hat", urteilte Di Salvo, "letzten Endes waren das drei Trainingseinheiten, die wir mit ihm hatten. Aber er hat alles gegeben, man hat auch seine Qualitäten gesehen, sowohl in der Balleroberung als auch auch im Spiel nach vorne. Vor allem in der zweiten Hälfte hat er immer wieder angeschoben, immer wieder Druck aufgebaut, für Stabilität gesorgt, und auch das 2:2 vorbereitet durch seine Ecke."

"Gut, dass wir in Belfast Druck haben"

Bischofs Bemühen, voranzugehen, zu lenken und zu pushen, war unverkennbar, leidenschaftlich warf sich der Techniker auch in so manchen Zweikampf. Genau das wird nun auch am Dienstagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gefragt sein, wenn sich die auf den dritten Rang in der Gruppe F zurückgefallene DFB-Auswahl beim Tabellenzweiten Nordirland in Belfast bewähren und durchsetzen muss, soll die EM-Qualifikation nicht ernsthaft gefährdet werden. "Es ist vielleicht auch mal gut, dass wir da ein bisschen Druck haben, damit wir direkt von Anfang an da sind, weil wir wissen, wir müssen gewinnen", erklärt Bischof, "ich hoffe einfach, dass wir das dann ziehen, davon bin ich auch voll überzeugt."

Den Kontakt zu halten mit Nagelsmann und den Kollegen aus der A-Mannschaft fällt Bischof diesmal besonders leicht, fliegen doch beide Teams am Sonntag gemeinsam nach Belfast. Von seiner weiteren Entwicklung bei den Bayern, bei denen er nach einer Blinddarm-OP immer besser ins Rollen kommt, dürfte es abhängen, ob Bischof sich nachhaltig als Anführer bei der U 21 einbringt, oder ob es bei einer mehr oder weniger langen Episode auf dem endgültigen Sprung ins A-Team bleibt.