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Burger als Hoffenheimer Sinnbild

kicker

Er kennt die Position gut und hat sie auf früheren Stationen in seiner Karriere oft gespielt. Auch gegen die Mainzer fungierte der in Hoffenheim eigentlich als Achter durchgestartete Wouter Burger als zentraler Sechser. Wie schon in Leipzig hatte auch diesmal Trainer Christian Ilzer den Niederländer mit der Schlüsselrolle im Zentrum betraut, die sonst Leon Avdullahu wirkungsvoll ausfüllt.

Burger machte an sich seine Sache auch nicht schlecht, zog die Fäden und sorgte vor allem vor der Pause für die nötige Balance im Hoffenheimer Spiel. Dennoch verkörperte der Linksfüßer in beiden Strafräumen jene Kleinigkeiten, die der TSG aktuell fehlen, es waren letztlich entscheidende Szenen für den Verlauf und den Ausgang dieser engen Partie.

Es fehlen Zentimeter in beiden Strafräumen

So ließ sich der 25-Jährige vor dem überraschenden 0:1 zentral vor dem eigenen Tor von dem gewieften Mainzer Angreifer Phillip Tietz abkochen. Der mit allen Wassern gewaschene und stets an der Grenze des Erlaubten agierende Mainzer Angreifer setzte sich trotz Hoffenheimer Überzahl im entscheidenden Moment gegen Burger durch, von ihm ab und köpfte die Kugel unhaltbar für Nationalkeeper Oliver Baumann zum 0:1 ins Netz. Ein unachtsamer Augenblick genügte, und die kopfballstarken Ozan Kabak und Albian Hajdari konnten auch nicht mehr eingreifen, weil der von Tietz geblockte Kollege Burger im Weg stand.

Und vorne fehlten Burger in der 81. Minute das Spielglück und die entscheidenden Zentimeter. Entschlossen hatte sich der Niederländer durchgesetzt und aus der Distanz wuchtig abgezogen. Auch der Mainzer Torhüter Daniel Batz kam nicht mehr an den Ball, doch der traf nur den Innenpfosten und sprang anstatt zum 2:2 ins Tor wieder ins Feld zurück.

Trainer Ilzer kritisiert die Boxverteidigung

Beim entscheidenden 1:2 trat Burger erst nach dem Gegentreffer in Erscheinung, diesmal einen Tick zu energisch. Wieder hatte sich Tietz mit einem so eben noch tolerierbaren Schubser seinem Widersacher Bernardo entledigt, prüfte per Kopfball erneut Baumann und drosch den Abpraller dann humorlos unter die Latte.

Alle Hoffenheimer Reklamationen wegen des vermeintlichen Foulspiels an Bernardo prallten an Schiedsrichter Harm Osmers ab, der zückte stattdessen gleich zwei Gelbe Karten. Erst gegen Kapitän Baumann, weil der protestierend sein Tor weit verlassen hatte, und auch Burger fing sich deswegen eine Verwarnung ein - eine mit Folgen. Der Mittelfeldspieler muss nach der fünften Gelben Karte am kommenden Freitag in Augsburg zwangspausieren.

Avdullahu vor der Rückkehr in die Startelf

Alles Kleinigkeiten, die aus dem vormaligen Lauf der Kraichgauer aktuell eine Ergebniskrise machen. "In diesen Themen ist dann ein Unterschied zu sehen, zu einer Phase, in der wir Ergebnisse geliefert haben", sprach Ilzer die defizitäre Boxverteidigung seiner Mannen an, "wir lassen einfach zu leicht Großchancen zu aktuell, genauso fehlt auf der anderen Seite im anderen Strafraum die richtige Entscheidung oder lassen mit keinem guten Ballkontakt weitere gute Möglichkeit liegen. Deshalb tun wir uns aktuell sehr schwer, Ergebnisse zu holen."

Das dürfte auch am kommenden Freitag nicht einfacher werden, wenn die TSG in Augsburg den 29. Spieltag eröffnet. "Da geht es um die gleichen Themen, denke ich, vielleicht wird es ein ähnliches Spiel", ahnt Baumann, "wir müssen das gut analysieren, dafür die Woche nutzen, uns gut vorbereiten und es dann besser machen." Immerhin gab es auch einen Lichtblick zu verzeichnen, denn Avdullahus Adduktorenverletzung entpuppte sich als weniger schwerwiegend, der Kosovare konnte schon wieder eine gute halbe Stunde mitwirken. In Augsburg dürfte er wieder in die Startformation rücken und den gesperrten Burger ablösen.