Kurz vor dem Viertelfinale stieg erst einmal der Altersschnitt des FC Chelsea. Die Blues waren mit einem Kader von unter 23 Jahren zur Klub-WM gereist, ehe sie rechtzeitig zum Duell mit Palmeiras ihren neuen "Oldie" verpflichteten: Joao Pedro ist bereits 23.
Wenn die Elf von Trainer Enzo Maresca an diesem Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) im Kampf ums erste Finalticket auf Fluminense und damit eines der ältesten Teams des Wettbewerbs trifft, könnte der neue Angreifer aus Brighton erstmals in der Startelf stehen. Liam Delap, für den er gegen Palmeiras kurz nach der Pause eingewechselt wurde, fehlt ebenso wie Verteidiger Levi Colwill gelbgesperrt.
Joao Pedros Torquote passt zu Marescas Plan
"Wir werden eine Lösung finden", versprach Maresca und brachte dabei auch Nicolas Jackson ins Spiel, der in der vergangenen Saison auch mangels Konkurrenz meist gesetzt war, bei der Klub-WM aber auch wegen einer Roten Karte nur beim Auftaktsieg gegen den Los Angeles FC (2:0) in der Startelf stand. Joao Pedros Vorteil: "Er kann auf allen Angriffspositionen spielen. Nico sehe ich nur als Nummer 9", sagt Maresca, der grundsätzlich "lieber vier oder fünf Spieler mit zehn bis zwölf Toren hat als nur einen mit 40".
Insofern könnte Chelsea einen Volltreffer gelandet haben. In der vergangenen Saison traf Joao Pedro wie Jackson zehnmal - fünfmal per Elfmeter -, wobei er häufig auch im offensiven Mittelfeld zum Einsatz kam. Unter Fabian Hürzeler entwickelte er sich zu einem nicht nur in London begehrten Angreifer, der inzwischen auch dreimal für Brasiliens A-Nationalelf auflief - und jetzt auf seine alte Liebe trifft: Bis 2019 war er acht Jahre lang bei Fluminense ausgebildet worden.
Nimmt ausgerechnet er den letzten verbliebenen nicht-europäischen Teilnehmer aus dem Wettbewerb? Jubeln würde er schon mal nicht, kündigte er im Vorfeld an, gewinnen würde er aber schon ganz gerne. Wer kann schon von sich behaupten, wenige Tage nach der Ankunft beim neuen Klub um einen Titel spielen zu dürfen? Als ihn Chelsea unter Vertrag nahm, war Joao Pedro gerade mit Freunden im Urlaub - und einem Personal Trainer, dessen Arbeit sich jetzt buchstäblich auszahlen könnte.