Ein Elf-gegen-elf war in den in Leipzig ausgetragenen Trainingseinheiten nicht praktizierbar angesichts der aktuellen personellen Umstände bei der deutschen U-21-Nationalmannschaft. "Dadurch, dass wir einfach weniger Spieler waren, konnten wir nicht alles umsetzen, was wir sonst trainieren", erklärte Antonio Di Salvo.
Nachdem der DFB-Coach bereits zu Lehrgangsbeginn auf die Ausfälle von Linus Gechter (Hertha BSC) und Aljoscha Kemlein (Union Berlin) reagiert hatte und zwischenzeitlich auch noch Brajan Gruda (Brighton & Hove Albion) ausgefallen ist, nominierte er nun doch noch zwei weitere Spieler nach.
Tim Drexler (1. FC Nürnberg) und Julian Pauli (Dynamo Dresden) reisen von der U-20-Nationalmannschaft ab und sollen am Donnerstagnachmittag zur Mannschaft stoßen, weil mit Innenverteidiger Nnamdi Collins ein weiterer Leistungsträger weiterhin krank fehlt und für die Partie am Freitag in Jena gegen Griechenland (18 Uhr, LIVE! bei kicker) noch nicht infrage kommt.
Ohne Gruda "bricht Qualität weg"
"Wir hoffen, dass er dann am Dienstag zur Verfügung steht", sagte Di Salvo zumindest hinsichtlich eines Collins-Einsatzes im zweiten EM-Qualifikationsspiel in Nordirland (18.30 Uhr, beide LIVE! bei kicker). Trotz aller Widrigkeiten betonte der 46-Jährige: "Das ist kein Problem, wir sind gut vorbereitet auf das Spiel."
Neben dem Fehlen von Keeper Mio Backhaus (der von Dennis Seimen ersetzt wird) oder Kapitän Finn Jeltsch und Collins in der Innenverteidigung (ein Vertreter soll erst am Donnerstagabend auserkoren werden) wiegt auch das Aus von Gruda schwer für die deutsche Offensive. "Dass uns mit Brajan Qualität wegbricht, ist klar", meinte Di Salvo.
Doch der Cheftrainer verwies gleich auf mehrere Alternativen, die den Premier-League-Profi nun ersetzen könnten: Mert Kömür (FC Augsburg), Muhammed Damar (1899 Hoffenheim), Paul Wanner (PSV Eindhoven) oder auch Said El Mala (1. FC Köln). "Aber zu viel möchte ich da noch nicht verraten", so Di Salvo.
Tresoldi und Italien? "Kann sein, dass sie daran arbeiten"
Offen Auskunft gab der Coach wiederum darüber, dass er den bisherigen Lehrgang bereits dazu genutzt habe, um das Gespräch mit Nicolo Tresoldi zu suchen. Nachdem der Brügge-Profi zuletzt selbst die Tür für eine Italien-Nominierung geöffnet hatte, befeuerte Nationalcoach Gennaro Gattuso das Thema in der Zwischenzeit weiter: "Wir arbeiten daran. Mal sehen, was wir tun können."
Di Salvo reagierte indes einmal mehr gelassen darauf: "Es kann ja sein, dass sie daran arbeiten - aber es hat noch niemand Kontakt zu ihm aufgenommen und er hat mir gesagt, dass er sich voll auf die U 21 und Brügge fokussiert", berichtete der DFB-Coach: "Er macht sich jetzt keine Gedanken über einen Wechsel oder darüber, eine Entscheidung zu treffen, für welche Nationalmannschaften er spielen wird."