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Dallmann: "Das war der Matchplan in der Halbzeit"

kicker

Aus St. Gallen berichtet Paul Bartmuß

Als das Spiel die Stundenmarke erreichte, schwamm Polen. Zum ersten Mal. Eine Angriffswelle nach der anderen schwappte auf den Strafraum von Torhüterin Kinga Szemik zu, besonders die Kölnerin Sylwia Matysik hatte in dieser Phase ihre liebe Mühe mit der plötzlich entfesselten Klara Bühl.

Und wenn die deutsche Mannschaft da ihre hundertprozentigen Chancen durch Nüsken (61.) und Schüller (64.) genutzt hätte, wäre das Endergebnis ganz anders ausgefallen als ein vergleichsweise knappes, aber solides 2:0.

Das DFB-Team wollte teils zu schnell zu viel

"Natürlich haben wir noch ein bisschen Luft nach oben und wissen das, aber man darf nicht unterschätzen, wie gut die Polinnen sind und wie gut wir gegen sie verteidigt haben", sagte Torhüterin Ann-Katrin Berger. Sie selbst sah sich Eins-gegen-eins-Duellen mit Ewa Pajor und Natalia Padilla-Bidas ausgesetzt und hielt sich dabei schadlos.

Zumeist stand die deutsche Viererkette um Vize-Kapitänin Janina Minge aber stabil. Die Wolfsburgerin fand es "völlig normal und auch ein Stück weit vorhersehbar", dass es mit dem deutschen Torerfolg erst in der zweiten Hälfte geklappt hatte.

Das lag auch daran, dass der deutsche Angriff in einigen Situationen zu schnell zu viel wollte, anstatt den richtigen Passweg abzuwarten. "Wir waren nicht so geduldig, wie wir es hätten sein können", monierte Laura Freigang und sagte etwas Entscheidendes: "Polen stand ein Stück tiefer, als wir es erwartet hatten."

"Eigentlich haben sie uns nur die Außenbahnen gelassen"

Tatsächlich verblüffte es anfangs, wie weit die Polinnen von Trainerin Nina Patalon den Favoriten aus dem Nachbarland in die eigene Hälfte vordringen ließen. Im konsequent eingehaltenen 4-5-1 verschob Polen und machte es der Wück-Elf schwer.

"Die Räume waren sehr eng. Eigentlich haben sie uns nur die Außenbahnen gelassen", sagte Linda Dallmann, die als Spielmacherin in der Zentrale besonders darunter litt. Außen brachen Klara Bühl und Jule Brand zwar gelegentlich durch, doch die Qualität der Flanken und Zuspiele war in der ersten Hälfte ausbaufähig.

"Es war klar, wenn sie tief stehen, dass es Geduld braucht", resümierte Dallmann: "Wir haben sie in der zweiten Halbzeit ein bisschen müde gespielt und hatten dadurch mehr Räume. Das war auch der Matchplan in der Halbzeit." Der dann ja aufging: Brand und Lea Schüller belohnten die Beharrlichkeit - und gegen Ende brannte überhaupt nichts mehr an.