Vier Tore in einem Spiel? Dafür hat der FC Barcelona am Samstag schon einmal "trainiert", das Ligaspiel gegen Villarreal gewannen die Katalanen mit 4:1. Ein Ergebnis, das Barcelona allerdings nach dem 0:4 im Hinspiel bei Atletico auch nicht weiterbringen würde.
Unweigerlich fühlen sich viele stattdessen an die Ausgangssituation beim Achtelfinalrückspiel der Champions League 2016/17 erinnert, als Barcelona ein 0:4 bei Paris St. Germain mit einem 6:1-Erfolg noch wettmachte. In Spanien sind solche Aufholjagden als "La Remontada", die Wiederauferstehung, bekannt. Flick wollte darüber nicht sprechen, befand sich selbst jedoch "noch nie in einer solchen Situation. Aber ich habe keine Angst davor."
Dem deutschen Coach kam eine ganz andere Partie in den Sinn. Im Champions-League-Viertelfinale des Vorjahres gewann Barcelona zuhause mit 4:0 gegen den BVB und geriet im Rückspiel dennoch ins Wanken. "Wir haben ein gutes Beispiel dafür, nämlich das Spiel gegen Dortmund", so der 60-Jährige. "Sie sagten sich, dass sie in jeder Hälfte zwei Tore schießen wollen."
Das gelang den Westfalen seinerzeit nicht ganz, in der 49. Minute schnürte jedoch Serhou Guirassy einen Doppelpack zum zwischenzeitlichen 2:0. Erst ein Eigentor von Ramy Bensabaini zerstörte die Hoffnungen der Borussen, die letztlich "nur" mit 3:1 gewannen und in jüngerer Vergangenheit eher mit dem Verspielen einer günstigen Ausgangsposition Schlagzeilen produzierten - siehe Bergamo.
Für Barcelona ist die Lage aber noch um einiges verzwickter. Schritt für Schritt will Flick am Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) den Traum vom Finale doch noch wahr werden lassen. "Es ist immer besser, an das erste Tor zu denken als an das zweite. Wir werden hungrig darauf sein, es zu erzielen", versprach er. "Gegen Villarreal haben wir eine Mannschaft gesehen, in der alle kämpfen und die eine gute Dynamik hat. Das ist der Schlüssel für morgen." Jeder wisse, "dass wir vier Tore zurückliegen und das Unmögliche möglich machen wollen. Wir werden nicht aufgeben. Man muss daran glauben."
Nicht nur Lewandowski fehlt Barcelona
Bitter für Barcelona, dass mit Robert Lewandowski ein wichtiger Angreifer fehlen wird. Der Pole zog sich eine Augenhöhlenfraktur zu und fällt vorerst aus. "Als er sich umdrehte, stieß er gegen die Schulter seines Gegners, danach schoss er das Tor", erklärte Flick, um dann noch einmal die verletzten und gesperrten Spieler aufzuzählen. "Einen Spieler wie ihn, Frenkie de Jong, Gavi, Eric Garcia oder Andreas Christensen zu verlieren, ist immer schwierig. Das Gute daran ist, dass andere Spieler die Chance bekommen, sich zu beweisen."