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Der Plan gegen Aston Villa: Was sich an der Freiburger Startelf ändern dürfte

kicker

Aus Istanbul berichten Moritz Kreilinger und Carsten Schröter-Lorenz

Eine lange, kräftezehrende Saison des SC Freiburg nimmt an diesem Mittwochabend in Istanbul ihr Ende. Es ist das 54. Pflichtspiel seit dem Start am 16. August 2025. Und es ist sehr bemerkenswert, dass Trainer Julian Schuster ganz am Ende nur auf einen einzigen Spieler verzichten muss. Und Yuito Suzuki fehlt auch keineswegs, weil er der langen Saison Tribut zollen musste - sondern, weil er sich Anfang Mai im Spiel gegen Wolfsburg das Schlüsselbein brach.

Gleichwohl bleibt der Ausfall bitter. Der Japaner hätte als laufstarker Dreh- und Angelpunkt auf der Zehn eine tragende Rolle im Offensivspiel eingenommen. Beim 3:1-Finaleinzug gegen Braga und dem 4:1 über RB Leipzig reagierte Schuster gleichermaßen: Johan Manzambi rückte nach vorn, Nicolas Höfler übernahm etwas überraschend den Part auf der Doppelsechs neben Maximilian Eggestein. Der Mannschaftserfolg spricht für sich. Warum also etwas ändern?

Fehlende Dynamik könnte zum Problem werden

Im Heimspiel gegen Braga musste der SC nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel in Portugal mehr Risiko gehen, die spielerisch-kreativen Fähigkeiten Manzambis waren daher in offensiverer Rolle gefordert. Höfler kam also auf der Zielgeraden seiner Profikarriere zum erst zweiten Startelfeinsatz dieser Saison und machte seinen Job trotz fehlender Spielpraxis bemerkenswert routiniert. Die Ruhe und Ballsicherheit des 36-Jährigen taten dem Freiburger Spiel gut. Allerdings kam der frühe Platzverweis für Braga besonders Höflers Stärken entgegen.

Denn gegen Leipzig ist neun Tage später bei aller Routine des 36-Jährigen deutlich geworden: Gegen schnelle, dynamische Gegenspieler, wie sie auch Aston Villa aufbietet, wird es für Höfler mangels hoher Geschwindigkeit schwierig, Zugriff in den Zweikämpfen zu finden. Gegen RB kam er oft zu spät in die Duelle, beging in solchen Szenen in 59 Minuten drei Fouls. Da auch Nebenmann Eggestein nicht über einen hohen Top-Speed verfügt, birgt diese Zusammenstellung auf der Sechs gerade bei gegnerischen Umschaltsituationen sowie dem schnellen Überbrücken des Mittelfelds ein recht hohes defensives Risiko für den SC.

An dieser Stelle wird schon seit Wochen der dynamische und schnelle Patrick Osterhage als möglicher Partner von Eggestein vermisst, der Manzambi in der Zehnerrolle den Rücken freihalten könnte. Osterhage wird gegen Aston Villa erstmal wieder im Kader stehen, kommmt ohne Spielpraxis aber wohl höchstens für eine späte Einwechslung infrage.

Wahrscheinlich zieht Schuster daher Manzambi wieder eine Position nach hinten. Für die offensive zentrale Position bietet sich Lucas Höler an, der mit seiner Laufstärke im Pressing das Aufbauspiel der Villans wirksam stören könnte und zudem gut darin ist, Bälle zu behaupten und Fouls im offensiven Drittel zu ziehen. Solche Freistöße könnten mit Blick auf die Spezialisten Vincenzo Grifo und Niklas Beste ein Schlüsselfaktor zum Erfolg werden.

Grifo und Kübler zurück in der Startelf?

Eine Verschnaufpause gegen Leipzig bekam auch Routinier Vincenzo Grifo. Doch auf die Abschlussqualität des 33-Jährigen, insbesondere bei Standardsituationen, wird Schuster kaum verzichten. In den fünf Europa-League-Spielen seit dem Achtelfinalrückspiel gegen Genk (5:1) hat Grifo in jedem Spiel getroffen oder ein Tor vorgelegt, beides je dreimal. Derry Scherhant wird dafür wohl zunächst auf der Bank Platz nehmen, um dann wohl hinten raus als schneller Joker seine Stärken im Eins-gegen-eins einzubringen.

Die dritte personelle Änderung ist in der Abwehrkette zu erwarten. Auf Lukas Kübler wartet das Startelfmandat nicht nur deshalb, weil er mit seinem Doppelpack im Halbfinale den Flug nach Istanbul gebucht hat und allgemein bei offensiven Standards torgefährlich ist. Die kämpferische Komponente, die Zweikampfstärke und Arbeitermentalität, die Kübler schon in besagtem Spiel den Vorzug gegenüber Jordy Makengo sicherten, sind im Hexenkessel am Bosporus erneut von großer Bedeutung. Der ähnlich bissige und kampfstarke Philipp Treu dürfte in diesem Fall von der rechten wieder auf die linke defensive Aufßenbahn rücken - wie schon gegen Braga.