Obwohl im abschließenden Gruppenspiel gegen die DFB-Frauen ein Unentschieden zum Gruppensieg reicht, will Schweden keineswegs abwartend in dieses Duell in Zürich gehen. Kosovare Asllani gab gleich nach dem verdienten 3:0 über Polen in Luzern die Parole für Samstag (21 Uhr, live im ZDF und bei DAZN) aus: "Wir wollen gegen Deutschland gewinnen, kein Unentschieden", sagte die Kapitänin fokussiert.
Der Europameister von 1984 hat sich mit dem Traumstart und zwei Siegen (zum Auftakt gab es ein 1:0 über Nachbar Dänemark) in Position gebracht. Ein Remis reicht wie erwähnt für Platz eins in Gruppe C. Dann folgt das Viertelfinale gegen den Zweiten der Gruppe D. Stand jetzt können noch alle vier Nationen diesen zweiten Rang erreichen (Frankreich, Niederlande, England, Wales).
Doch auf dem möglichen Viertelfinal-Gegner liegt das Augenmerk der Schwedinnen noch nicht. Die Konzentration gilt der nächsten Aufgabe. Warum Schweden auch am Samstag gewinnt? "Weil wir besser sind", sagte Verteidigerin Nathalie Björn in der ARD und lachte verschmitzt. Aber klar, "es wird ein sehr schwieriges Spiel, Deutschland hat Top-Spielerinnen auf jeder Position, es waren immer gute Duelle, jeder liebt es, da zuzuschauen - und wir lieben es, da mitzuspielen".
Erlösung erst 2019 in Rennes
Allzu viel Freude hat den Schwedinnen der Vergleich mit Deutschlands Frauen in der Vergangenheit nicht gemacht. Magdalena Eriksson von Bayern München berichtete schon vor der EM dem SID, dass das DFB-Team "immer unsere 'Geistermannschaft' genannt" worden sei - auf Schwedisch "spöklag", also Angstgegner. Warum? "Weil wir sie noch nie bei einer Meisterschaft rausgeworfen haben." Bis 2019. Damals hieß es im WM-Viertelfinale von Rennes 2:1. Stina Blackstenius erzielte das Siegtor für die anfangs im Rückstand liegenden Skandinavierinnen.
"Wir wissen also, wie schwer es gegen die Deutschen ist", sagte Eriksson, die bei den Erfolgen gegen Dänemark (1:0) und Polen (3:0) noch angeschlagen pausiert hatte, und ergänzte: "Und wir haben großen Respekt vor ihrer Mannschaft und ihren Spielerinnen."