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Die Flaute in Augsburg: "Bei uns geht es schon eine Ebene früher los"

kicker

Einzelgespräche und Sondersitzungen gehören beim FC Augsburg in dieser Saison fast schon zur Tagesordnung wie das Abschlussspielchen im Training. So oft, wie der Bundesliga-15. inzwischen wieder unter die Räder geraten ist, bedarf es eben einer gesonderten Kommunikation, um die Probleme aufzuarbeiten und bestenfalls sogar noch eine Reaktion zu zeigen.

Nach dem jüngsten 0:4 in Gladbach ist Manuel Baum ganz froh darum, am Donnerstag schon wieder gegen Union spielen zu dürfen. "Wenn man so ein Spiel hat" wie im Borussia-Park, "will man es wieder gutmachen", betont der Übergangstrainer des FCA und wird personell auf jeden Fall reagieren.

Der wieder mal recht schwache Mads Pedersen, der unter Jess Thorup und Sandro Wagner gar keine Rolle mehr gespielt hatte, wird seinen Posten auf der linken Schiene dem zuletzt gelbgesperrten Dimitrios Giannoulis überlassen dürfen. Dahinter sind Baum aufgrund der langfristigen Ausfälle von Jeffrey Gouweleeuw (Knie-OP) und Chrislain Matsima (Sehnenabriss, OP wird gerade diskutiert) die Hände gebunden.

„Das Verrückte ist ja, dass uns die Statistik teilweise in die Irre führt.“ (Manuel Baum über den xG-Wert)

Möglich wäre, dass Samuel Essende nach seinem verheißungsvollen Joker-Auftritt in Gladbach (er traf immerhin einmal die Latte) mal wieder eine Chance von Beginn an erhält, die letzte liegt fast zwei Monate zurück (0:3 in Hoffenheim). Letztmals getroffen hat der Afrika-Cup-Fahrer im September beim 1:4 gegen Mainz.

Das Toreschießen bleibt ohnehin ein großes Thema in Augsburg, seit drei Spielen traf der FCA nicht mehr ins Schwarze. Und verwundert ist darüber nicht mal der Trainer. "Das Verrückte ist ja, dass uns die Statistik teilweise in die Irre führt", sagt Baum am Dienstag auf Nachfrage. In Gladbach zum Beispiel hatte seine Mannschaft einen xG-Wert von 1,79 produziert. "Ich hatte aber nie das Gefühl, dass wir die hätten schießen können", gibt Baum zu.

An Harmlosigkeit waren die Augsburger zuletzt kaum zu überbieten, "uns geht für mein Empfinden die Zielstrebigkeit ab", erklärt Baum. Das Ziel bleibe zwar, ein Tor zu erzielen, "aber es geht bei uns schon eine Ebene früher los. Wie schaffen wir es überhaupt, in dieses Angriffsdrittel zu kommen?"

Er verfügt mit Mert Kömür, Alexis Claude-Maurice oder Fabian Rieder über begnadete Fußballspieler, die sich aber auch dadurch auszeichnen, dem Ball entgegenzukommen oder ihn in den Fuß zu fordern. "Aber man kann ja auch den Ball fordern, indem man vom Ball wegrennt." Soll heißen: "Der wird in einen Raum gespielt, und ich renne halt hinterher. Das ist das wichtigste Thema, wenn wir mehr Tore schießen wollen. Dass wir nicht nur einen Neuner haben, der da reinrennt, sondern dass die Schienen da reinrennen, die Zehner da reinrennen, und dass teilweise ein Sechser mit reinrennt."

Vereinfacht gesagt: Die Anzahl der Spieler, die in gefährliche Bereiche vorstoßen, erhöht auch die Chance, mit diesen Spielern in torgefährliche Situationen zu kommen. "Da sind wir hart am Arbeiten", verspricht Baum. Zeit wird's, die Abstiegszone entfernt sich nicht von allein.