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Durchgemahlen, aber mit Perspektive hinter dem Berg

kicker

Die Saison von Altach

"Vielleicht braucht es wieder eine Brandrede von mir, dann gewinnen wir vielleicht wieder zwei Spiele in Folge", meinte Sportdirektor Roland Kirchler nach einer 0:2-Niederlage beim TSV Hartberg Ende September. Zwei Siege hintereinander sollten die Altacher keine mehr feiern.

Die zwei Siege in Folge (2:1 beim LASK, 2:0 gegen WAC) hatte ihnen Gustavo Santos beschert, der da alle vier Treffer erzielte. Der im November suspendierte und im Dezember an den chinesischen Zweitligisten Vegalta Sendai verkaufte Brasilianer schoss letztlich sogar die meisten Saisontore aller Altacher, nämlich sechs. Ebenso viele Minuten spielte er dann im Frühjahr für Sendai.

Schlüsselspieler der Saison: Paul-Friedrich Koller

Mehr herausragende Opta-Werte als Gustavo Santos (meiste Tore, meiste Torschüsse, meiste Fehlschüsse, am häufigsten im Abseits) weist nur der italophile Innenverteidiger Paul-Friedrich Koller auf, der am häufigsten klärte (132 Mal), blockte (21 Mal) und passte (1.229 Mal - davon allerdings 809 Mal in der eigenen Hälfte).

Flop der (Halb-)Saison: Marlon Mustapha

Der Spieler, der Gustavo Santos mehr oder weniger ersetzen hätte sollen, wäre Marlon Mustapha (24) gewesen. Gemessen am Potenzial des ehemaligen ÖFB-U-21-Teamstürmers, der die Kaderschmiede von RB Salzburg und FSV Mainz durchwanderte und Serie-A-Klub Como gehört, wäre da wohl auch weit mehr drin gewesen als ein Abstaubertor gegen den GAK und ein haltbarer Treffer (aus spitzem Winkel mit Effet weg vom Tor!) gegen Klagenfurt.

Wiewohl Mustapha nur das verarbeiten kann, was er geliefert bekommt. Insofern auch doppelt bezeichnend, worin die Altacher als einzige Ligaspitze sind, nämlich bei der Handarbeit. Vor allem, wenn Mohamed Ouedraogo den Ball reinigt, wird es für den Gegner gefährlich - fünf Tore erzielten die Altacher nämlich nach Einwürfen.

Moment der Saison: Der Schlusspfiff

Der 3:2-Sieg bei Austria Klagenfurt und der 3:0-Heimsieg gegen WSG Tirol (vor nur etwas mehr als 4.000 Zuschauern) in der Qualigruppe waren sicher Highlights einer verkorsten Saison, der Schlusspfiff nach der Nullnummer beim LASK am letzten Spieltag vielmehr Erlösung für Fans und Staff. Kirchler warf das Handtuch. Seine ehemaligen Aufgabengebiete werden nun auf mehrere Schultern verteilt.

Letztlich war es ein Schleifen über die Ziellinie. Kein Vergleich beispielsweise zur Saison 2021/22, als die Altacher zwei Runden vor Schluss mit vier Punkten Rückstand richtig tief im Morast steckten und sich dann (unter Trainer Ludovic Magnin) mit zwei Siegen in Folge (3:0 bei Admira, 2:1 gegen WSG Tirol) rauszogen und gar noch auf Platz neun landeten.

Spruch der Saison

„Es wäre blauäugig zu sagen, nächstes Jahr wird es besser.“ (Trainer Fabio Ingolitsch)

Transferpläne

Handlungsbedarf gibt es, außer auf der Torhüterposition, überall. Die Leihen von Mustapha, Dijon Kameri, Florian Dietz und Steve Noode laufen aus. Lukas Fadinger stürmt fortan für Motherwell und Christian Gebauer ist auch weg. Mit Ouedraogo (Mainz?) lässt sich gut was einnehmen.

Auf Neo-Sportdirektor Philipp Netzer (39) und Neo-Sportkoordinator Eric Orie (57) wartet jedenfalls viel Arbeit. Vielleicht avancieren die Lochauer Vereinslegende (Netzer lief 164 Mal in der Bundesliga für die Altacher auf) und der Wahl-Vorarlberger aus den Niederlanden ja zum dynamischen Erfolgsduo.

Seit dem "Magic-Magnin-Finish" 2022 (als Netzer seine aktive Karriere beendete) landete Altach nicht mehr auf einem einstelligen Tabellenplatz. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Vorarlberger in den vergangenen Jahren 22 Millionen Euro in die Infrastruktur investierten. Das wird sich sicher noch auszahlen und den mühsamen Klassenerhalt 2025 vielleicht künftig in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

Gesamtnote der kicker-Redaktion: 5,0