Bereits im Jahr 2015 ging Kevin Trapp den gleichen Weg, damals schloss er sich allerdings Paris Saint-Germain an. Bei seiner zweiten Rückkehr in die französische Hauptstadt schlägt er nun mit dem FC Paris ein neues Kapitel auf. Bei dem Aufsteiger in die Ligue 1 unterschrieb der 35-jährige Keeper einen Vertrag bis Juni 2028. Die Ablöse beläuft sich nach kicker-Informationen auf 1,5 Millionen Euro.
"Heute fällt es mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Weil ich zwei Gefühle verpacken muss: Vorfreude und Traurigkeit in einem: ich freue mich auf ein neues Kapitel, bin aber gleichzeitig traurig, der Eintracht endgültig ade sagen zu müssen. Ich war, bin und bleibe Adler", wird Trapp in einer SGE-Mitteilung zitiert.
"Bei Frankfurt bin ich groß geworden, erwachsen geworden, reif geworden - als Fußballer und als Mensch. Ich liebe Frankfurt, jeden Winkel in diesem Verein. Mein Klub. Ich bin und bleibe einer von euch. Wir haben Kapitel geschrieben, die uns immer verbinden. Ein Herzenskapitel."
Dennoch sei es für ihn an der Zeit, zu gehen, "weil ich den perfekten Moment gefunden habe, noch einmal etwas Neues zu wagen, etwas, das mich reizt und herausfordert." Auch macht er kein Geheimnis aus seiner Verbundenheit zu Paris, wo auf ihn jetzt "nochmal neue Erfahrungen" zukommen: "In Paris bin ich damals zum Führungsspieler geworden. Ich durfte wertvolle Lektionen lernen, die ich in Frankfurt mit einbringen konnte. Die Liebe zu dieser Stadt ist mir geblieben. Aus ihr habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Ich vereine wunderbare Dinge aus Frankfurt und Paris in mir."
Die Eintracht sieht Trapp derweil "bei Kaua Santos und dem gesamten Torhüterteam in besten Händen. Er ist ein großartiger Kerl, ein herausragender Torwart. Ich muss kein schlechtes Gewissen haben, im Gegenteil. Mit ihm ist die Eintracht bestens aufgestellt. Für uns alle brechen neue Zeiten an. Ich bin sicher: großartige Zeiten."
Eintracht verliert Identifikationsfigur
Damit verliert die Eintracht eine langjährige Identifikationsfigur, ein Gesicht des Vereins. Trapp spielte zwischen 2012 und 2015 sowie seit 2018 im Trikot der Adlerträger, für die er insgesamt 293-mal in der Bundesliga das Tor hütete, lange Jahre führte er die Frankfurter als Kapitän auf das Feld. Hinzu kommen noch acht Partien in der Champions League und 44 Spiele in der Europa League, 23-mal hütete er im DFB-Pokal das Eintracht-Tor. Mit der SGE feierte er in der Saison 2021/22 den historischen Triumph in der Europa League - es war der erste internationale Titel der Eintracht nach 42 Jahren.
In der vergangenen Saison hatte sich allerdings bereits angedeutet, dass sich die Ära Trapp dem Ende entgegen neigen könnte. Denn im Herbst 2024 und im Frühjahr 2025, als Trapp jeweils einige Wochen verletzt ausfiel, zeigte Kaua Santos teils spektakuläre Leistungen, patzte aber auch einige Male. Die Zukunft im Eintracht-Tor gehört zweifelsohne dem 22-jährigen Brasilianer, der sich im Europa-League-Viertelfinale gegen Tottenham einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Da die Verletzung konservativ behandelt wurde, trainiert Kaua Santos bereits wieder mit der Mannschaft.
Der Torhüter wird allerdings nichts überstürzen und kein Risiko eingehen. Voraussichtlich werden noch einige Wochen vergehen, ehe er ins Tor zurückkehrt. Bis zu seinem Comeback wird er von Michael Zetterer vertreten, den die Eintracht von Werder Bremen verpflichtet. Die offizielle Verkündung des Transfers dürfte im Laufe des Mittwochs erfolgen. Von dem sich anbahnenden Wechsel hatte der kicker bereits in der vergangenen Woche berichtet.
Der Abschied von Trapp geriet emotional, noch am Dienstagabend veröffentlichte der Klub mehrere Videos. Sichtlich gerührt verabschiedete sich der Torhüter von den Fans und blickte auf die erfolgreichen Jahre am Main zurück. Es ist ein Bilderbuch-Ende, das im Spitzenfußball längst nicht immer gelingt. Ein Abschied ohne Nebengeräusche, dafür mit umso mehr Herz. Trapp wird in Frankfurt immer mit offenen Armen empfangen werden.