Mit Thomas Müller, Leroy Sané, Kingsley Coman, Joao Palhinha und Mathys Tel hat der FC Bayern gerade offensiv einen ordentlichen Aderlass in diesem Sommer gehabt. Sportvorstand Max Eberl weiß um den ausgedünnten Kader, wobei dies nur auf einen Mannschaftsteil zutrifft. "Generell müssen wir dieses 'Dünner Kader' auf die Offensive reduzieren", sagte er bei Sky und stellte fest, dass "wir im Mittelfeld und der Defensive gut aufgestellt sind".
Insgesamt befindet Eberl, dass der FCB "eine sehr gute Transferperiode" hinter sich gebracht hat, auch weil man "viele Spieler verkaufen" konnte - und mit Jonathan Tah, Tom Bischof sowie Luis Diaz gab es ja auch drei vielversprechende Neuzugänge. "Bayern München ist ein Klub, der ohne Investor arbeitet und immer wieder über Transfers Geld auch verdienen möchte", erklärte der 51-Jährige und verwies dabei auch auf ökonomische Notwendigkeiten, die man eben auch "zu akzeptieren" habe.
Eberl und der knifflige Auftrag
Dennoch weiß auch Eberl, dass man gerade durch den Abgang von Coman "dünner" geworden ist. "Jetzt wollen wir etwas tun - und da ist der Auftrag, das über eine Leihe zu erledigen", sagte der Sportvorstand und stellte klar. "Der Aufsichtsrat hat entschieden, dass wir diesen Kader haben. Wenn wir etwas ergänzen wollen, dürften wir das über eine Leihe machen. Das versuchen wir gerade umzusetzen. Aber einen Spieler auf Top-Niveau, der Bayern München verstärkt, zu leihen, ist keine leichte Aufgabe. Aber der stellen wir uns. Wir wollen den Kopf nicht in den Sand stecken."
Eberl verwies in diesem Zusammenhang zwar auch darauf, dass das Transferfenster noch eine Weile geöffnet sei und man noch Zeit habe, gleichzeitig betonte er aber auch, dass der Rekordmeister "keine Schnellschüsse" tätigen werde. Und ohnehin wolle man in München auch die Jugend fördern.
"Für uns war aber auch von Anfang an klar, dass wir die Jungen auf diese Platte bringen wollen. Wir wollen sie in eine Kadersituation bringen, wo wir ihnen Einsatzzeiten geben können", erläuterte Eberl. "Für junge Spieler ist es wichtig, dass sie ein Umfeld haben, wo sie auch wachsen können."
Gegen Leipzig standen jedenfalls mit Wisdom Mike (16), Jonah Kusi-Asare (17) und Lennart Karl (17) gleich drei Teenager im Kader der Bayern - und Karl wurde dann auch in der 68. Minute eingewechselt. Alles Spieler mit "großem Potenzial", weiß auch Eberl, der aber auch warnte. "Ihnen die ganze Verantwortung aufzulegen, wäre zu viel - da können manche Karrieren auch kaputtgehen. Wir wollen es behutsam machen, haben aber bewusst Platz im Kader geschaffen."