Seit 1969 verleiht der kicker die Torjägerkanone an den erfolgreichsten Bundesliga-Stürmer der Saison. Seit 2019 gibt es mit der "Torjägerkanone® für alle" auch eine Trophäe im Amateurbereich. In unserer Interview-Serie sprechen legendäre Torjäger über ihre Karriere. Diesmal an der Reihe: Christian Eigler.
Bei welchem Verein haben Sie angefangen zu kicken?
Bei meinem Heimatverein in Unterreichenbach. Ich wollte mit vier, fünf Jahren unbedingt Fußball spielen, meine Mutter war aber erst dagegen. Ich habe dann trotzdem mal mittrainiert. Nach der Einheit sagte der Trainer zu meiner Mutter: "Am Wochenende muss der spielen." Und so ging es los ...
Waren Sie schon als Kind ein Torjäger?
Ja, ich war vorne drin und wusste schon sehr früh, wo das Tor steht.
Hatten Sie ein Vorbild?
Ich war Fan des VfB Stuttgart und fand das magische Dreieck mit Giovane Elber, Krassimir Balakov und Fredi Bobic überragend. Den Elber habe ich besonders gefeiert.
Welches war Ihr wichtigstes Tor?
Mein Derby-Tor für den 1. FC Nürnberg gegen Fürth in der Saison 2008/09. Ich kam ja über Fürth und Bielefeld nach Nürnberg, und die eingefleischten Club-Fans hatten am Anfang schon ein Problem mit mir. Nach diesem Tor hatte ich das Gefühl: Jetzt bin ich beim FCN angekommen. Für mich war dieses Derby-Tor mein Türöffner beim Club.
Wer war Ihr bester Mitspieler?
Ilkay Gündogan. Als er mit 18 zum Club kam, hat man sofort gesehen: Der ist außergewöhnlich. Wie er sich dann entwickelt hat, ist brutal.
Wer war Ihr bester Gegenspieler?
Lucio. Mit Bielefeld habe ich mal im Pokal gegen ihn gespielt. Er war schnell, zweikampfstark und bei hohen Bällen fast nicht zu schlagen.
„Ich laufe allein aufs Tor zu, er kommt raus, geht wieder zurück - und machte mich damit so verrückt, dass ich neben das Tor geschossen habe.“ (Christian Eigler über Manuel Neuer)
Welcher gegnerische Torwart war der Beste?
Manuel Neuer. Ich erinnere mich an ein Pokalspiel gegen ihn auf Schalke: Ich laufe allein aufs Tor zu, er kommt raus, geht wieder zurück - und machte mich damit so verrückt, dass ich neben das Tor geschossen habe.
Was war Ihre Stärke?
Ich habe auf dem Platz immer viel gearbeitet, auch defensiv. Deshalb haben mich meine Trainer oft spielen lassen, auch rechts oder links, weil sie wussten: Die Seite ist dicht, und nach vorne kommt trotzdem eine Aktion.
Was Ihre Schwäche?
Oft war ich zu negativ und habe mir Kritik zu sehr zu Herzen genommen. Auf dem Platz habe ich viel gemeckert, auch mit Schiedsrichtern. Rückblickend hätte ich positiver und offener sein müssen.
Wer ist der beste Torjäger aller Zeiten?
Cristiano Ronaldo. Messi ist natürlich auch außergewöhnlich, aber diese Anzahl an Toren über so einen langen Zeitraum - das ist Wahnsinn. Wenn ich einen nennen muss, nehme ich Ronaldo.
Welchem Amateurklub sind Sie noch verbunden?
Der SV Unterreichenbach ist mein Herzensverein. Dort habe ich angefangen, dort war ich nach der Karriere auch Spielertrainer und bin zweimal aufgestiegen.
„Mir gefällt vor allem der ehrliche Amateurfußball.“ (Christian Eigler)
Kicken Sie gelegentlich noch?
Verletzungsbedingt leider nicht mehr. Ich kann Tennis spielen und viele andere Sportarten ausüben, aber kicken geht kaum noch. Ich schaue Fußball aber noch gerne, mir gefällt vor allem der ehrliche Amateurfußball.
Was machen Sie heute?
Ich bin in der Gastronomie tätig und führe in meiner Heimatstadt Schwabach ein Restaurant samt Biergarten. Es ist eine große Herausforderung - aber gar nicht so weit weg vom Fußball: Es gibt das Tagesgeschäft, man muss ein Team führen und mit Kritik umgehen. Nicht jeder Tag macht Spaß, aber insgesamt bin ich ganz zufrieden