Rechtzeitig für den abschließenden Spieltag in der Conference League meldete sich Nadiem Amiri nach seinen muskulären Problemen zurück. Obwohl am Sonntag der Abstiegskracher gegen St. Pauli bevorsteht, brachte Urs Fischer den Zehner gegen Samsun von Beginn an. Seine Maßnahme begründete er mit der Spielpraxis, die er Amiri geben wollte.
Dieser Plan erwies sich als richtig. Denn der 29-Jährige genoss seine Rückkehr sichtlich und war an zahlreichen Offensivaktionen beteiligt. So entschärfte Torwart Okan Kocuk in der ersten halben Stunde gleich zwei gefährliche Abschlüsse von ihm. "Es war für mich heute ganz wichtig, so eine Leistung zu bringen und endlich wieder Spaß zu haben, frei zu sein, mich fit zu fühlen", erklärte Amiri am RTL-Mikro.
Für seine Leistung belohnte er sich auch noch mit einem Tor. Kurz nach der Pause blieb er einmal mehr vom Elfmeterpunkt cool - es war wettbewerbsübergreifend sein siebter verwandelter Strafstoß in Serie. "Ich glaube, ich schieße sie ganz gut. Es muss weitergehen", so der Mittelfeldspieler. Einen Vergleich mit Harry Kane wollte er jedoch nicht ziehen. "Harry Kane bewegt sich auf einem anderen Level als ich. Für mich ist jemand wie Harry Kane ein Vorbild, ich schaue mir viel von solchen Spielern ab", erläuterte Amiri.
Nicht nur bei diesem Thema blieb er auf dem Boden. Auch das historische Ereignis - Mainz zog erstmals in ein Europapokal-Achtelfinale ein - ordnete er demütig ein. "Es ist ein Riesenschritt für den Verein und ein kleiner Schritt für uns in die richtige Richtung", sagte Amiri. Ihm und seinen Mitspielern dürfte nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Auftritt für das Abstiegsduell mit St. Pauli Auftrieb geben. "Ich denke, es war heute mit Abstand die beste Saisonleistung von uns. Aus der Ordnung heraus, mit dem Ball, gegen den Ball, sensationell. Auf die Leistung können wir aufbauen", so der Rechtsfuß.
Aufgrund des Fokus auf das letzte Bundesligaspiel des Kalenderjahres denken die Mainzer sicherlich noch nicht an das Achtelfinale. Mögliche Gegner sind dort FC Lausanne-Sport, Crystal Palace, Zrinjski Mostar oder Sigma Olmütz. "Im Achtelfinale gibt es keine leichten Gegner mehr", erklärte Urs Fischer mit Blick auf das Quartett.