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Erlbach schafft Strukturen: Peu à peu in Richtung Regionalliga

kicker

Wer die Entwicklung des SV Erlbach zu Beginn seines vierten Bayernliga-Jahres betrachtet, kommt um eine Statistik nicht umher: Denn egal ob als Aufsteiger 2023, als Meister 2024 oder als Teilnehmer der Aufstiegsrelegation 2025 - der SVE stellte in allen drei Jahren die beste Abwehr der Bayernliga Süd. 36, 28 und 21 lautet die Gegentorbilanz der Oberbayern, der Schnitt ist mit 0,83 Einschlägen pro Spiel beinahe rekordverdächtig für den gehobenen Amateurbereich. Die Erklärung der Erlbacher kommt dagegen fast schon einfach daher: "Wir arbeiten gemeinsam brutal gegen den Ball", schmunzelt der sportliche Leiter Christoph Huber, der den Grundstein jedoch vor allem im Training und abseits des Platzes sieht: "Der Ehrgeiz und Zusammenhalt in der Mannschaft sind enorm. Im Training ist ein riesiger Siegeswille vorhanden, zudem unternehmen die Spieler abseits des Platzes viel zusammen."

Fortschritte auf allen Ebenen

Diese Mentalität bekommen die Neuzugänge gleich zu spüren - und von denen gab es im Sommer eine ganze Menge: Gleich elf Akteure stießen neu zum Kader. Einen Umbruch sieht Huber dennoch nicht: "Aus unserem Kern sind nur zwei Spieler gegangen. Ansonsten hatten wir leider einige schleichende Abgänge wie Jakob Vogl, der unter der Saison seine Karriere beenden musste. Hier haben wir für Ersatz gesorgt - zudem wollten wir unseren Kader in der Breite verstärken, um mehr rotieren zu können." So verpflichteten die Erlbacher höherklassig erfahrene wie auch junge Spieler, "die den nächsten Schritt gehen können" - ein Plan, der bisher aufgeht: In der Liga liegt der SVE nach sechs Spieltagen im vorderen Drittel, im Pokal wartet nach drei Siegen der letztjährige Drittligist aus Unterhaching. Ein Schmankerl, auf das sich der ganze Verein freut - und vor allem gerüstet sein wird: Und das ist nicht selbstverständlich.

Schließlich war bei den Oberbayern nach der Meisterschaft 2024 die erforderliche Infrastruktur für den Aufstieg in die Regionalliga nicht vorhanden. "Mittlerweile wurde eine zusätzliche Zufahrtsstraße gebaut. Zudem wurden neue Sitz- und Stehplätze geschaffen", zählt Huber die Fortschritte nicht ohne Stolz auf. Weitere Modernisierungen stünden in den Startlöchern, außerdem sei auch die digitale Infrastruktur aufs nächste Level gehoben worden: Über eine runderneuerte Homepage bis Instagram und TikTok ist der Bayernligist online nun bestens aufgestellt. "Zusätzlich haben wir unsere Möglichkeiten bei der Videoanalyse verbessert und arbeiten bei der medizinischen Versorgung mit weiteren Ärzten zusammen", schließt der sportliche Leiter seine Ausführungen zum in jedem Aspekt und dennoch "nicht zu schnell, sondern peu à peu" wachsenden Verein.

Erneuter Anlauf Richtung Regionalliga

Den Lohn für die stetigen Bemühungen abseits des Platzes gab es dann Ende vergangener Saison: In der Aufstiegsrelegation klopfte der SVE ans Tor zur Regionalliga, musste sich in zwei Spielen vor je knapp 2.500 Zuschauern allerdings der SpVgg Hankofen-Hailing beugen (0:1, 1:1). Damit steht nun ein neuer Anlauf an - wobei die Konkurrenz in dieser Saison durchaus groß ist. Vor allem Platz 1 scheint an den FC Pipinsried vergeben. "Wie wohl alle in der Liga dachten wir, dass Pipinsried vorneweg marschiert. Das tun sie noch nicht - von daher zeichnet sich Stand heute nicht ab, wer am Ende vorn steht", sieht auch Huber den FCP grundsätzlich als Favorit an, "dahinter kommen die klassisch guten Mannschaften wie Landsberg und Kirchanschöring. Zudem darf man die guten Aufsteiger nicht vergessen - gerade beim FC Schwaig war es zu erwarten, dass sie vorn dabei sind".

Ein enger Kampf im ersten Drittel ist somit zu erwarten - gleichzeitig stehen die Erlbacher Chancen auf einen Platz im Spitzenfeld ebenso gut: Der breite Kader bietet ausreichend Möglichkeiten zum Wechseln, zudem scheint die Integration aller Neuzugänge geglückt und final hat die Infrastruktur mit der sportlichen Entwicklung Schritt halten können. Vielleicht darf der Dorfverein zum Saisonende tatsächlich den vorläufigen Höhepunkt seiner Entwicklung feiern: den Sprung in die Regionalliga. Gedanken darüber wären derzeit eher verfrüht - eins scheint jedoch schon heute gesichert: Die beste Abwehr der Bayernliga wird wohl wieder der SVE stellen.