Fehlercode: %{errorCode}

Essingens Erfolg: Eine "brutale Situation" als Triebfeder

kicker

Nach dem 2:0 über Regionalliga-Absteiger Göppinger Sportverein bleibt der TSV Essingen die Überraschungsmannschaft der Oberliga Baden-Württemberg. Mit fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen steht der Ostalb-Klub in der Tabelle auf Platz 1 vor den Favoriten VfR Mannheim und VfR Aalen. Gegen den großen Nachbarn direkt vor der Haustür - die Stadien in Aalen und Essingen trennen nur neun Autominuten - steigt am kommenden Samstag das Derby in Essingen, zuvor muss der TSV im Rahmen der anstehenden englischen Woche am Mittwoch zum CfR Pforzheim.

Die Momentaufnahme nimmt der Sportliche Leiter Lars Eisenmann gerne mit, strahlt ansonsten aber Gelassenheit aus: "Wir treten nicht auf die Euphoriebremse, aber für uns zählt am Saisonende nur der Klassenerhalt. Wir sind ein kleiner Dorfklub, der von der Gemeinschaft lebt, und dankbar für das, was wir uns in den letzten Jahren aufgebaut haben." Mit Kontinuität bei den handelnden Personen etablierte sich der Verein zunächst in der Verbandsliga und schaffte nach neun Jahren den Sprung in die Oberliga. Dort geht es nun in das dritte Jahr. "Die Oberliga ist eine andere Hausnummer und bedeutet für uns vor jeder Saison die Herkulesaufgabe, mit unseren Finanzen einen Kader zu stellen, der die Klasse halten kann. Denn um nichts anderes geht es", bekräftigt Eisenmann, der seit 2018 in dieser Funktion für seinen Klub tätig ist, bei dem er auch Spieler war. Dasselbe gilt für Trainer Simon Köpf, der im fünften Jahr für die Mannschaft hauptverantwortlich ist und davor bereits drei Jahre Co-Trainer war.

„Schnellschüsse sehe ich kritisch und haben aus meiner Sicht noch nie zu nachhaltigem Erfolg geführt.“ (Lars Eisenmann über sein Festhalten an Simon Köpf)

Eine Erklärung für den aktuellen Erfolg liegt in der letzten Saison. Vor zwölf Monaten hat der TSV Essingen das Gegenstück zum jetzigen Start erlebt und eine schwierige Situation letztlich erfolgreich gemeistert. Die ersten acht Spiele wurden allesamt verloren, mit 3:14 Toren stand das Team auf Platz 18. An einen Trainerwechsel verschwendete Eisenmann damals keinen Gedanken. "Schnellschüsse sehe ich kritisch und haben aus meiner Sicht noch nie zu nachhaltigem Erfolg geführt. Kontinuität ist für mich das A und O, um erfolgreich zu sein", erklärt der 41-Jährige. Die damalige Situation sei zwar "brutal" gewesen, aber die Mannschaft habe die richtigen Lehren daraus gezogen. "Ich habe den Jungs damals gesagt, wenn wir das überstehen, wirft uns nichts mehr um." Bis zur Winterpause arbeitete sich das Team aus den Abstiegsrängen, am Saisonende standen 48 Punkte und Platz 10 zu Buche.

Vor dieser Saison mussten erfahrene Akteure wie Tim Ruth, Lukas Rösch oder Felix Nierichlo ersetzt werden. Der ehemalige Heidenheimer Jugendspieler Tim Seifert (23) wechselte nach zwei Jahren beim TSV Essingen zum ambitionierten VfR Mannheim. Er ist ein Beispiel für die Entwicklungsmöglichkeiten, die Eisenmann und Köpf jungen Talenten bieten wollen. Dem 21-jährigen Jannik Pfänder (zuvor Großaspach, Heidenheim) gelangen aktuell beide Tore beim 2:0 über Göppingen. Lirim Hoxha (23) ist das nächste Sturmtalent, das Eisenmann vor der Saison an Land zog. In Daniel Schelhorn (27) aus der Regionalliga Bayern konnte er auch seinen Wunschtransfer Nummer eins für die Mittelfeldzentrale verwirklichen. "Wichtig ist mir immer der Charakter, denn wir spielen vielleicht nicht den schönsten Fußball, haben aber die beste Mentalität. Hier können sich die jungen Spieler an unseren beiden 35-jährigen Patrick Auracher und Patrick Funk ein Beispiel nehmen. Sie gehen voran und zeigen, was Trainingsfleiß bedeutet."