Mitte September 2025 war bekannt geworden, dass der englische Verband FA gegen die deutsche Torhüterin Rafaela Borggräfe, im Sommer vom SC Freiburg zum FC Liverpool gewechselt, eine Untersuchung wegen mutmaßlicher rassistischer Äußerungen eingeleitet hatte.
In den Wochen darauf lief sie dreimal in der Women's Super League für die Reds auf, ehe sie auf die Bank rückte und ab Mitte November gar nicht mehr im Spieltagskader auftauchte. Was es damit auf sich hatte, ist nun klar: Weil die FA weiterhin im Hintergrund ermittelte, konnte Borggräfe so schon erste Partien der zu erwartenden Sperre absitzen. Fünfmal setzte die 25-Jährige aus, ein sechstes Mal wird sie das an diesem Sonntag (14 Uhr) im FA-Cup-Auswärtsspiel bei den London Bees tun.
Rassistische Äußerung soll beim Mannschaftsfoto gefallen sein
Danach wird die Nationaltorhüterin, die das Strafmaß akzeptiert hat und außerdem zur Teilnahme an einem Schulungsprogramm verpflichtet wurde, wieder eingreifen dürfen. Was genau Borggräfe zu wem gesagt haben soll, ist weiterhin unklar. Die rassistische Äußerung zu Hautfarben soll während der Saisonvorbereitung gefallen sein, als sich Liverpool zu einem Mannschaftsfoto aufstellte. Der LFC soll den Vorfall sofort intern gemeldet und an die FA weitergeleitet haben.
"Mannschaft und Verein haben angemessen gehandelt", sagte Trainer Gareth Taylor am Freitag. "Wir haben die FA bei den Ermittlungen unterstützt. Zugegeben, es hat sich etwas hingezogen. Das war für alle Beteiligten frustrierend, besonders für Rafa. Aber wir sind froh, dass die Untersuchung nun abgeschlossen ist und wir nach vorn blicken können."
Ob das Verhalten Borggräfes auch Auswirkungen auf ihre Karriere in der Nationalmannschaft haben könnte, blieb bislang unklar. Die Torhüterin hat elfmal für deutsche U-Mannschaften gespielt und wurde bei der EM 2025 als vierte Torhüterin auf Abruf nominiert. Auf ihr Debüt in der A-Auswahl von Christian Wück wartet sie noch.