Der VfB Stuttgart geht mit einem veränderten Vorstand in die neue Saison. Dr. Thomas Ignatzi legt zum 30. Juni und damit vorzeitig sein Mandat als Vorstand Finanzen, Verwaltung und Operations nieder. Der kicker hatte exklusiv über die Gespräche zur vorzeitigen Auflösung des Vertrags berichtet, der noch bis zum 15. August 2026 Gültigkeit hatte.
Ignatzi war 2021 unter Aufsichtsratschef Claus Vogt zum VfB gekommen - mitten in einer finanziell turbulenten Phase, die sich beim damals notorisch klammen Traditionsklub durch Corona massiv verschärft hatte. Nun verlässt er die Schwaben in einer Hochphase.
"Sein Engagement, seine Expertise, sein Herzblut und seine unternehmerische Weitsicht trugen maßgeblich dazu bei, dass sich der VfB nach schwierigen Jahren nicht nur finanziell wieder stabilisiert hat, sondern in eine Phase des Wachstums und der Weiterentwicklung eintreten konnte", erklärt Aufsichtsratschef und Präsident Dietmar Allgaier. "Im Verbund mit seinen Vorstandskollegen modernisierte er die Organisation und stellte diese zukunftssicher auf."
Durch die wirtschaftliche Stabilisierung des VfB fällt auch Ignatzi der Abschied leichter. "Die Entscheidung, mich bereits zum jetzigen Zeitpunkt und nicht wie ursprünglich geplant 2026 neuen Zielen in meiner Heimatstadt zuzuwenden, ist seit längerem in mir gereift. Wenn es den passenden Zeitpunkt für einen solchen Schritt überhaupt gibt, dann jetzt - mit einem VfB als frischgekürtem DFB-Pokal-Sieger, der an der Champions League teilgenommen hat, und auf einer wirtschaftlich gesunden Basis ambitioniert die Zukunft angehen kann."
Wehrle übernimmt interimsweise - mindestens
Während die Zukunft des 60-Jährigen noch ungewiss ist - der VfB schreibt lediglich von "neuen Aufgaben" -, wird dessen Verlust zumindest vorerst intern aufgefangen: Nach Klubangaben hat der Aufsichtsrat die Geschäftsbereiche Finanzen, Personal, Recht & Compliance sowie Operations & Infrastruktur zum 1. Juli interimsweise dem Vorstandsteam um den Vorsitzenden Alexander Wehrle übertragen.
Nach kicker-Informationen ist es aber eine sehr wahrscheinliche Option, dass das Finanzressort dauerhaft in Wehrles Verantwortungsbereich wechselt. Dieser hatte bereits als Geschäftsführer des 1. FC Köln dieses Thema verantwortet. Mit Tobias Keller hatte sich unlängst der langjährige Finanzdirektor des VfB in Richtung SV Wehen Wiesbaden verabschiedet - bislang wurde der Posten nicht nachbesetzt.