Derart leicht wie noch in der vergangenen Saison schwebt der FC Barcelona noch nicht durch die Spielzeit 2025/26. Der jüngste späte 2:1-Erfolg gegen Girona soll nach zuvor zwei Niederlagen in Folge möglichst als Brustlöser dienen.
"Im Moment befinden wir uns in einer komplizierten Situation, und ich bin froh, dass wir gegen Girona drei Punkte geholt haben", gestand Trainer Hansi Flick bei der Spieltags-Pressekonferenz am Montag ein: "Das war sehr wichtig, und das hat man auch in der Stimmung beim Training gespürt. Es ist schön, das zu sehen - das ist genau das, was wir brauchen. Wir haben eine junge Mannschaft, und die braucht das."
Ein Hauptproblem der jüngeren Vergangenheit? "Als wir das Spiel gegen Girona analysiert haben, haben wir über Positionierung gesprochen - darüber, den richtigen Abstand zum Gegner zu halten. Das ist es, was wir verbessern müssen: Wir müssen eine bessere Positionierung finden und von dort aus ins Pressing finden", so Flick.
"Ich bin nicht nervöser"
Ein klarer Arbeitsauftrag für die Champions-League-Partie gegen Olympiakos am Dienstag (18.45 Uhr, LIVE! bei kicker), die durchaus richtungsweisenden Charakter hat. Dem 2:1-Auftaktsieg in der Königsklasse bei Newcastle United war zuletzt ein vermeidbares 1:2 gegen Titelverteidiger Paris gefolgt.
Am vergangenen Samstag dann kochten bei Flick - wie nicht selten in seiner Zeit in Katalonien - die Emotionen über. Binnen weniger Sekunden zückte Referee Jesus Gil Manzano zweimal Gelb, weswegen Flick den späten Siegtreffer nicht aus dem Innenraum verfolgen konnte.
Insgesamt fällt auf, dass Flick in Barcelona während der Spiele noch mehr mitgeht. "Ich bin nicht nervöser", erklärte der ehemalige Bundestrainer am Montag auf Rückfrage: "Vielleicht sind meine Emotionen nicht mehr dieselben wie früher. Ich erinnere mich, dass es, als ich Bayern München war, Bilder davon gab, wie wir 8:2 gegen Barcelona gewonnen haben, und ich bei den acht Toren nie gelächelt habe."
„Ich lebe für den Verein.“ (Hansi Flick)
Seit seinem Dienstantritt in Barcelona aber zeige er wesentlich mehr Emotionen: "Dieser Verein hat mich komplett verändert. Was ich sagen kann, ist, dass ich diesen Verein liebe, ich liebe Barcelona, ich liebe die Menschen hier, es ist unglaublich, und ich gebe mein Bestes für diesen Verein. Ich lebe für den Verein."
Negative Emotionsausbrüche aber will sich Flick künftig möglichst verkneifen. Auch mit den Gedanken an seine Familie: "Diese Dinge, wenn ich mich im Fernsehen sehe, gefallen mir ehrlich gesagt nicht, und ich mag es nicht, wenn mein Enkel mich so sieht, also muss ich vielleicht mein Verhalten ändern."
Clasico-Hoffnung bei Ferran Torres und Raphinha
Gegen Olympiakos aber wird Flick noch an der Seitenlinie stehen. Und das sei durchaus wichtig: "Piräus hat eine starke Offensive, laut Statistik gehören sie da zu den besten Teams. Man muss sich nur das Spiel gegen Arsenal ansehen, wo sie viele Chancen hatten. Wir müssen in solchen Situationen aufmerksam sein."
Keine Optionen sind gegen die Griechen Ferran Torres und Raphinha. Das Duo wird angeschlagen fehlen, Flick wolle "kein Risiko eingehen". Denn seine Hoffnung ist, dass beide Angreifer dann im so wichtigen Clasico gegen Erzrivale Real am Sonntag (16.15 Uhr, LIVE! bei kicker) werden spielen können.