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Frankfurt und der HSV warten: Engers und Pirmasens vor großen Aufgaben

kicker

Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar gegen Bundesliga: Dieses Aufeinandertreffen gibt es in der 1. Runde des DFB-Pokals gleich zweimal. Sowohl für den FK Pirmasens als auch den FV Engers steigt in Kürze das Spiel des Jahres. Während "die Klub" am Samstag (13 Uhr) den Hamburger SV empfängt, trifft der FVE einen Tag später auf Eintracht Frankfurt (13 Uhr). Vor dem Pokal-Wochenende sprechen die Trainer der beiden Underdogs mit dem kicker über ihre Herangehensweise.

"Wir haben nichts zu verlieren und sind bis in die Haarspitzen motiviert", sagt etwa FKP-Coach Daniel Paulus, der mit seinem Team einen gelungenen Saisonstart hingelegt hat. Nach dem 1:1 gegen TuS Koblenz folgte ein souveräner 5:0-Erfolg beim FV Eppelborn; auch die Aufgabe im Verbandspokal wurde gegen Bezirksligist TSG Kaiserslautern gelöst (7:3). "Wir sind sehr zufrieden mit den vergangenen 14 Tagen", betont Paulus. Selbstvertrauen könne Pirmasens aus dem Auftakt ziehen, um dem HSV Paroli bieten sowie den Tag genießen zu können.

Ligakonkurrent Engers ließ der 1:3-Niederlage beim SC Idar-Oberstein einen 2:0-Sieg gegen den SV Auersmacher folgen. Eine "gute Energie" habe seine Mannschaft aufs Feld gebracht, lobt FVE-Coach Julian Feit: "In der Woche zuvor war es nicht so. Wir haben in beiden Spielen das gerechte Ergebnis für unsere Leistung erhalten."

„Wir müssen extrem leidensfähig gegen den Ball sein und dazu bereit, bis zum Umfallen zu laufen.“ (Engers-Trainer Julian Feit zur Marschroute gegen Frankfurt)

Mit 2:0 hatte sich Engers, seinerzeit noch mit Vorgänger Sascha Watzlawik auf der Bank, Ende Mai gegen Rot-Weiß Koblenz im Finale des Rheinlandpokals durchgesetzt und das Ticket für die Teilnahme am DFB-Pokal gelöst - nun wartet Champions-League-Teilnehmer Frankfurt. "Wir müssen extrem leidensfähig gegen den Ball sein und dazu bereit, bis zum Umfallen zu laufen", erklärt Feit. In der Hoffnung, "die Dynamik der Eintracht-Spieler so klein wie möglich zu halten" und möglicherweise nach Standards oder Umschaltmomenten gefährliche Situationen zu kreieren.

Schon vor dem Saisonauftakt hatte der 31-Jährige das Ziel ausgegeben, immer mit voller Überzeugung agieren zu wollen. Zuschauer sollen erkennen, dass Engers spielt. Dies gilt auch vor dem Duell mit Mario Götze, Robin Koch und Co. Aber: "Wir wissen natürlich, dass der Gegner am Sonntag viel bestimmen wird." Ein Wechsel ist im Vergleich zu jener Elf, die der FVE-Trainer zuletzt gegen Auersmacher aufs Feld geschickt hat, absehbar: Im Tor soll Franjo Serdarusic stehen - in der Liga startete dagegen Safet Husic. "Beide sind sensationelle Keeper", sagt Feit, der ohnehin den "breiten Kader" lobt.

Sein Kollege Paulus könnte die Erinnerung an eine Sensation heraufbeschwören, die dem Verein vor 19 Jahren gelungen ist. 2006 warf Pirmasens den SV Werder Bremen im Elfmeterschießen aus dem Pokal. Einige Tage vor der HSV-Partie erlebt der 45-Jährige sein Team als "entspannt": Für viele Akteure sei es das erste große Spiel. "Momentan genießt die Mannschaft das. Ich hoffe, dass wir nicht in Ehrfurcht erstarren. Davon gehe ich aber auch nicht aus. Wir wollen möglichst lange Paroli bieten, den HSV so lange ärgern, wie es geht." Dank des 2:1-Erfolgs im Finale des Verbandspokals Südwest gegen den TSV Schott Mainz hatte sich Pirmasens qualifiziert. Klar ist: Im Gegensatz zum Oberliga-Alltag mit hohem Ballbesitzanteil wird beim Außenseiter am Samstag das Hauptaugenmerk auf der Defensive liegen - im ausverkauften Stadion auf der Husterhöhe. Eine Herausforderung für den FKP.

Engers scoutet in London

Der FV Engers trägt das Highlightspiel dagegen in Koblenz aus; natürlich wird das Stadion Oberwerth ebenfalls voll besetzt sein. Auch wenn nicht am heimischen Wasserturm gespielt wird, herrscht eine gewisse Verbindung zur Ausweichstätte: "Wir spielen dort gegen drei Liga-Gegner und haben hier auch den Rheinlandpokal gewonnen. Für den Verein und viele Spieler ist es ein emotionales Stadion", so Feit. Da Frankfurt im Vorfeld keine Partie mehr in Deutschland absolvierte, reiste FVE-Videoanalyst René Eberz sogar nach London - und nahm die Eintracht bei der 0:1-Testspielniederlage gegen den FC Fulham unter die Lupe.

In Pirmasens wird es neben dem sportlichen Duell zwischen Oberligist und Bundesligist auch noch zu einem besonderen Aufeinandertreffen auf persönlicher Ebene kommen: Daniel Paulus und Sven Höh liefen einst gemeinsam für den SVN Zweibrücken auf - beide verbindet darüber hinaus eine Freundschaft. Höh war Trauzeuge bei Paulus' Hochzeit, Paulus war Trauzeuge bei der Hochzeit des heutigen HSV-Torwarttrainers, der früher ebenfalls das FKP-Trikot trug.