Mit dem kicker sprach der 34-Jährige über ....
… den Last-Minute-Sieg gegen den Hanauer SC:
"Das war ein sehr wichtiger Sieg in einem guten Spiel. Hanau hat uns das Leben schwer gemacht. Nach den Niederlagen gegen Gießen und Darmstadt war es extrem wichtig, wieder zu gewinnen. Wir haben jetzt sieben Liga-Heimspiele in Folge für uns entschieden. Das muss Auftrieb geben. Wir gehen mit Selbstvertrauen und Selbstverständnis in die nächsten Wochen."
… das Wiedersehen mit Hanaus Trainer Enis Dzihic - seinem Vorgänger als Türk-Gücü-Coach:
"Ich habe mich darüber gefreut, wir haben ein gutes Verhältnis. Es hat viel Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten. Und: Gerade in meiner Anfangszeit als Trainer habe ich ihn viel gefragt. Zweimal die Relegation zu erreichen, dazu das Hessenpokalfinale: Türk Gücü und Enis hatten eine extrem erfolgreiche Zeit. Diese Erfolge werden immer eng mit ihm verbunden sein."
… das Pokalaus gegen Regionalligist SG Barockstadt:
"Das war sehr bitter. Wir hatten sicher auch ein paar glückliche Szenen, haben aber einem Regionalligisten Paroli geboten - und das nach einer schwierigen Vorbereitung. Es wäre für mich ein Traum gewesen, in der nächsten Runde in Friedberg gegen Kickers Offenbach zu spielen. Das Finale findet am Bieberer Berg statt - das hat man sich ein bisschen erträumt. Aber so ist es im Fußball, das ist Vergangenheit."
… das erste halbe Jahr als Cheftrainer:
"Es ist ein großes Abenteuer mit vielen Emotionen, positiven und negativen. Ich bekomme einen ganz anderen Einblick in den Fußball. Vieles ist tatsächlich unerwartet, weil man es als Spieler anders wahrgenommen hat. Würde man als junger Spieler, zum Beispiel in einer U 21, mal für zwei Wochen in eine Trainerrolle schlüpfen, wäre das für jeden eine extrem wertvolle Erfahrung. Betrachtet man die Partien analytisch, erkennt man sehr viel, andere Aspekte als zuvor. Natürlich schaut man sich Spiele nun viel bewusster an."
… den Rollenwechsel vom Spieler zum Trainer:
"Es war eine komplett spontane Sache. Emotional war es für mich nicht leicht - nach eineinhalb Jahren hier besteht eine gewisse Bindung zu den Spielern. Das muss ich als Trainer ausschalten, ich habe nun eine andere Rolle und muss entscheiden, wer spielt. Auch für die Spieler ist das nicht einfach gewesen. Die Mannschaft und ich haben ein gutes Verhältnis."
„Ich werde nicht mehr Fußball spielen. Es gibt wichtigere Dinge."“ (Maik Vetter)
… sein Karriereende als Spieler:
"Ich habe mich in der Sommervorbereitung 2025 am Knie verletzt und danach beschlossen: Es reicht. So wollte ich zwar nie aufhören. Aber: Ich habe zwei Kinder, bin selbstständig in der Immobilienbranche tätig. Das Risiko ist viel zu hoch. Ich werde also nicht mehr Fußball spielen. Es gibt wichtigere Dinge."
… seine Ambitionen als Trainer:
"Ich habe zu viel Wildes während meiner Zeit in Offenbach erlebt, um zu sagen: Ich plane das jetzt so oder so. Tatsächlich schaue ich von Woche zu Woche. Noch vor sechs Monaten hätte ich gesagt: Ich will niemals im Fußball bleiben, weil ich zu sehr eingespannt bin und berufliche Ziele verfolge. Jetzt merke ich: Es macht Spaß. Ich habe in Friedberg zugesagt und werde das auch durchziehen. Wir wollen in diesem Jahr eine gute Rolle spielen und im nächsten auch. Dann schaue ich, ob es weitergeht."
… Vorbilder als Trainer und seine Herangehensweise:
"Ein direktes Vorbild habe ich nicht. Ich hatte viele Trainer, von denen ich mir Dinge abschauen kann: Zum Beispiel Ramon Berndroth, Bernhard Trares, Rico Schmitt, Oliver Reck oder Sreto Ristic. Aber auch von vielen Co-Trainer konnte ich etwas mitnehmen. Ich möchte mein Ding machen, Entscheidungen treffen und durchziehen, mich nicht beeinflussen lassen."
… die Ziele der Friedberger:
"Ich bin kein Freund davon, ein Ziel auszurufen und zu sagen: Wir holen im März noch neun Punkte. In der Hessenliga ist es extrem eng in alle Richtungen. Von Woche zu Woche zu schauen, das nächste Spiel gewinnen zu wollen, sich verbessern zu wollen - das ist für mich der Weg im Fußball."
… das Spitzenduo Eintracht Frankfurt II und Eddersheim:
"Die Eintracht ist einfach gut und wirklich stark besetzt. Sie machen es mit dem Ball und gegen den Ball gut. An ihnen führt kein Weg vorbei, sie stehen zu Recht ganz oben. Die Bedingungen eines Bundesligisten sind nicht ansatzweise mit den anderen Hessenligisten zu vergleichen. Beim 0:5 in Eddersheim sind wir untergegangen und haben verdient verloren. Aber im Pokal haben wir verdient gewonnen. Auch sie sind von der Spielanlage her wirklich gut. Sie wissen, was sie tun. Die beiden werden Erster und Zweiter."
… seine taktischen Vorhaben:
"Wir können mit Dreierkette und Viererkette spielen. Ich möchte, dass wir noch intensiver hinten herausspielen, dominanter auftreten. Wir haben Verbesserungsmöglichkeiten. Dreimal pro Woche darauf extrem den Fokus zu legen, ist allerdings nicht so leicht. Aber wir wollen mit Ball dominanter werden, über den Ballbesitz mehr ins Spiel kommen."
… die Rolle von Noah Michel und Toni Reljic:
"Es sind sehr wichtige Spieler. Ihre Qualität spricht für sich. Noah und Toni sind Bezugspunkte innerhalb des Vereins und der Mannschaft. Wir haben gute Charaktere im Team, viele Spieler, die den Erfolg der vergangenen Jahre ausgemacht haben. Ich bin froh, dass sie da sind. Das spricht für den Verein."
„Das Feeling Bieberer Berg ist außergewöhnlich.“ (Maik Vetter)
… Winter-Neuzugang Erdinc Solak:
"Er sorgt nicht ohne Grund seit Jahren für Aufsehen. Erdinc hat einen super Fuß und kann für Überraschungsmomente sorgen. Er hilft uns, bewegt sich extrem gut, läuft und kämpft viel. Erdinc versucht, das Spiel an sich zu reißen - so etwas brauchen wir. Aber nicht nur er - einige unserer Spieler tun das: Deswegen schießen wir ein Tor in der 95. Minute."
… seinen Ex-Klub Kickers Offenbach:
"Ich verfolge den OFC intensiv. Aus zeitlichen Gründen war ich zuletzt weniger im Stadion, das vermisse ich. Das Feeling Bieberer Berg ist außergewöhnlich. Ich drücke die Daumen für den Hessenpokalsieg. Und ich hoffe, dass sie in der Liga möglichst schnell genug Punkte holen, um für die nächste Saison zu planen. Ich bin mit vielen Freunden dort in Kontakt - aber zu weit weg, um etwas bewerten zu dürfen."