Dass Kapitän Marc Guehi immer noch bei Crystal Palace spielt, ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Nach wochenlangem Buhlen hatte es der FC Liverpool wenige Stunden vor dem Ende des Sommer-Transferfensters geschafft, ein Angebot für den Innenverteidiger abzugeben, das Palace akzeptierte. Guehi begann in London mit dem Medizincheck - doch was passierte dann?
Medienberichten zufolge kam es zu hitzigen Diskussionen zwischen Palace-Trainer Oliver Glasner, der Guehi keinesfalls so kurzfristig ziehen lassen wollte, und Klubboss Steve Parish, der den Spieler keinesfalls 2026 ablösefrei abzugeben gedachte. Angeblich stand sogar ein Rücktritt des Österreichers im Raum. Nun klärte dieser selbst auf.
"Ich habe nie damit gedroht, den Klub zu verlassen - nie", stellte Glasner vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger AFC Sunderland (Samstag, 16 Uhr) klar. "Ich musste niemanden bedrohen. Es gab keine Spannungen zwischen dem Vorsitzenden und mir. Es war wirklich nur eine Diskussion über Sport, und er entschied sich gegen das Geld und für die sportliche Perspektive von Crystal Palace. Ein großes Lob an den Vorsitzenden."
"Wenn Sie dieses Szenario für Crystal Palace wollen, verkaufen Sie Marc"
Schon im Vorfeld hatte Glasner öffentlich unmissverständlich erklärt, dass Guehis Verlust für ihn nicht infrage komme. Und bei dieser Haltung blieb er auch am Deadline Day eisern. "Am Ende vieler Diskussionen war es der Vorsitzende, der mich fragte: 'Oliver, glaubst du, wir können die Saison bewältigen, wenn wir Marc verkaufen?' Ich sagte: 'Ehrlich gesagt, kurzfristig können wir das nicht bewältigen'", so Glasner, der nach eigener Aussage zu Parish sagte: "Wenn Sie dieses Szenario für Crystal Palace wollen und damit einverstanden sind, verkaufen Sie Marc. Wenn Sie das nicht wollen, müssen wir ihn behalten.' Und dann hat er entschieden, dass wir ihn behalten."
Guehi, dessen Wechsel nach Liverpool womöglich nur aufgeschoben ist, war einer der Schlüsselspieler in der vergangenen Saison, in der Palace erstmals den FA Cup gewann und sich damit erstmals für den Europapokal qualifizierte. Entsprechend verehrt wird auch Glasner im Umfeld. Die Episode vom Deadline Day zeigt, wie groß sein Standing auch intern ist.