Fehlercode: %{errorCode}

Greifswalder Negativserie: Vertrauen in Zschiesche und Suche nach Sportdirektor

kicker

Der Greifswalder FC steckt weiterhin im Tabellenkeller der Regionalliga Nordost fest. Das Heimspiel gegen den Aufsteiger BFC Preussen brachte trotz einer überzeugenden ersten Halbzeit und zahlreicher Chancen lediglich ein 1:1. Nach dem späten Gegentreffer von Ex-GFC-Kicker Niklas Brandt war die Enttäuschung von Greifswalds Trainer Markus Zschiesche deutlich spürbar, der die aktuelle Situation des Teams als "ärgerlich" bezeichnete.

Nicht die starke erste Halbzeit, sondern das ernüchternde Endergebnis sorgte vor allem für Frust beim Team aus Mecklenburg-Vorpommern. Denn laut Zschiesche zeigte die Mannschaft über weite Strecken, dass sie durchaus Potenzial hat: "Wir müssen in der ersten Halbzeit schon mit 3:0 in Führung gehen. Wir hatten so viele gute Chancen, vermutlich die besten in dieser Saison." Folgerichtig traf David Vogt vor dem Pausenpfiff zum 1:0 gegen den Liganeuling. "Wir müssen das zweite Tor machen, dann läuft das Spiel in unsere Richtung. Am Ende ist das 1:1 sehr ärgerlich. Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, passt", so der Greifswalder Torschütze. Doch was der Mannschaft momentan fehlt, ist vor allem Abschlussstärke und Konsequenz vor dem gegnerischen Kasten. Die lediglich zehn erzielten Saisontore bedeuten die viertschwächste Offensive der Liga.

„Mit den Jungs, die jetzt wieder fit sind, ist es natürlich viel einfacher.“ (Markus Zschiesche über die Rückkehrer)

Einen Hoffnungsschimmer sieht Zschiesche jedoch in der Rückkehr von Schlüsselspielern wie Kapitän Soufian Benyamina und Osman Atilgan, die besonders in der ersten Halbzeit einen deutlichen Unterschied machten. Für Benyamina war es gegen den BFC gleichzeitig nach seiner Knieverletzung die Saisonpremiere. "Mit den Jungs, die jetzt wieder fit sind, ist es natürlich viel einfacher", analysiert Zschiesche. Erfreulich: Zum ersten Mal in der Saison konnten die Hansestädter auf nahezu den gesamten Kader zurückgreifen. "Zuvor hatten uns teilweise bis zu acht Spieler gefehlt", erklärt der GFC-Trainer.

Mit lediglich sieben Punkten aus elf Spielen befindet sich der Klub vom Bodden als Tabellen-15. mitten im Abstiegskampf. "Wenn man die Punktesituation sieht, ist das nichts anderes als Abstiegskampf", stellt der 43-Jährige fest. Dennoch bleibt der Trainer fokussiert und kämpferisch: "Ich will gewinnen, ich will meine Arbeit gut machen, auch wenn die Ergebnisse momentan noch ausbleiben." Denn seit dem 2. Spieltag und dem 3:0 gegen Chemie Leipzig warten die Greifswalder auf einen Sieg. Dementsprechend spricht Zschiesche von einer "katastrophalen" Punkteausbeute.

Klares Statement

In der Folge gab es fünf Niederlagen und vier Remis. Kurios: Beim einzigen Saisonsieg des GFC vor mehr als zwei Monaten fehlte Zschiesche gesperrt. Ob seine Position im Verein, der seit 2022 in der vierten Liga dabei ist, angesichts der sportlichen Lage zur Debatte steht, ließ der gebürtige Berliner offen: "Man muss gemeinsam besprechen, was das Beste für den Verein ist. Ich bin für alles offen." Doch unmittelbar nach dem Remis stärkte der Klub Zschiesche den Rücken, vermeldete in einem Statement: "Wir haben gemeinsam eine herausfordernde Phase hinter uns, in der die Mannschaft durch viele Veränderungen und Verletzungen stark gefordert war. Wir sind überzeugt, dass Markus Zschiesche weiterhin der richtige Trainer ist, um mit unserer Mannschaft erfolgreich zu sein."

Um die sportliche Entwicklung künftig noch gezielter zu unterstützen und die Strukturen im Leistungsbereich weiter zu professionalisieren, hat der GFC beschlossen, "das sportliche Führungs-Team zu erweitern", wie es heißt. Demnach ist es der Plan, bis zur Winterpause einen neuen Sportdirektor vorzustellen. "Die Gespräche mit potenziellen Kandidaten sollen in den kommenden Wochen aufgenommen werden, um die bestmögliche Besetzung für diese wichtige Position zu finden", vermeldeten die Greifswalder.

Trotz der angespannten sportlichen Situation bleibt der Kampfgeist des Teams ungebrochen. Zschiesche kündigt an, weiterhin "Vollgas zu geben" und mit der Mannschaft an einer Wende zu arbeiten. Die nächste Chance dazu haben die Greifswalder am Samstag, wenn das Drittrundenmatch im MV-Landespokal gegen den SFV Nossentiner-Hütte aus der achtklassigen Landesklasse ansteht. In der aktuellen Situation ein Pflichtsieg, dem dann in der Meisterschaft das Ende der Sieglosserie beim FSV Zwickau (18. Oktober) folgen soll.