Fehlercode: %{errorCode}

Gündogan bei Galatasaray: Ernüchterndes Zwischenfazit

kicker

Das Timing hätte kaum besser sein können. Pünktlich vor dem letzten Gruppenspiel der Champions League bei seinem Ex-Klub Manchester City meldete sich Ilkay Gündogan zurück. Beim spielerisch überschaubaren, aber am Ende souveränen 3:1-Erfolg bei Fatih Karagümrük war der Routinier an zwei Treffern als Vorlagengeber beteiligt - persönlich einer seiner stärksten Auftritte im Galatasaray-Trikot.

Doch klar ist auch: Am Mittwoch wird das nicht reichen. Dann ist mehr gefragt, auch und gerade von Gündogan, der in der vorigen Woche in der Königsklasse gegen Atletico Madrid (1:1) nicht mal in der Startelf stand. Nach seinem verletzungsbedingten Ausfall im Oktober - eine Oberschenkelblessur setzte ihn einen Monat außer Gefecht - war es auffallend ruhig geworden um den prominenten Neuzugang. Dabei war der 35-Jährige zu Saisonbeginn als Stratege und Taktgeber verpflichtet worden, als Symbolfigur für Präsident Dursun Özbek und dessen Vision, Galatasaray zur europäischen Marke zu formen. Bislang blieb Gündogan jedoch hinter dieser Erwartung zurück, spielte eine Nebenrolle.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. In Manchester agierte er im Konzert der Weltklassespieler mit Akteuren wie Bernardo Silva, Phil Foden oder Rodri an seiner Seite. In der Süper Lig heißen die Nebenmänner Gabriel Sara, Mario Lemina oder Lucas Torreira: verlässlich, aber international Mittelmaß. Dieser Qualitätsunterschied ist auf dem Platz spürbar.

Gündogans Worte vor zwei Wochen waren bezeichnend

Nach einem halben Jahr fällt das Zwischenfazit ernüchternd aus. Gündogan ist zwar hochprofessionell, engagiert und mit über 90 Prozent Passquote extrem sauber im Spiel. Doch er blieb zu oft statisch, anstatt das Tempo zu diktieren. Auch, weil seine Ideen nicht immer umgesetzt werden. Bezeichnend seine klare Ansprache vor zwei Wochen nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Gaziantep: "Wenn du auf einem hohen Niveau Fußball spielen willst, musst du körperlich und mental darauf vorbereitet sein, alle drei bis vier Tage ein Spiel zu bestreiten."

Worte, die mehr über den Zustand der Mannschaft sagten als jeder Sieg. Galatasaray hat an Dominanz eingebüßt. Jetzt braucht man einen Impulsgeber. Gündogan muss zeigen, dass er dieser sein kann. Am besten ausgerechnet bei Manchester City.