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Gütersloh sieht nur die Konkurrenz unter Druck - Hesse adelt Twardziks Fuß

kicker

Auch der fulminante 6:3-Heimsieg gegen den Aufstiegsaspiranten 1. FC Bocholt und der optimale Sechs-Punkte-Start in der Regionalliga West verleitet Julian Hesse (36), den langjährigen Cheftrainer des FC Gütersloh (bereits seit März 2019 im Amt), nicht dazu, in Euphorie zu verfallen. "Es sind erst zwei Spiele gespielt, und wir verfügen nicht über die wirtschaftlichen und personellen Möglichkeiten anderer Vereine", betonte Hesse - und meinte dabei unter anderem auch die Gäste aus dem Westmünsterland, die fußballerisch zwar keineswegs enttäuschten, sich letztlich aber der Offensivpower des aktuellen Vizemeisters geschlagen geben mussten.

Zwar gestand auch der FCG-Trainer, "das Spiel genossen zu haben", nimmt aber weiterhin komplett den Druck von seinem Team, das im gesamten Kalenderjahr 2025 bislang nur eine Niederlage hinnehmen musste (2:4 bei der U 21 des 1. FC Köln Anfang Mai). "Egal, was rund um uns herum erzählt wird: Wir können auch weiterhin völlig frei aufspielen. Im Gegensatz zu anderen Klubs haben wir nicht die Erwartung, aufsteigen zu müssen", so Hesse im kicker-Gespräch.

Nach dem Torspektakel gegen Bocholt überraschte der Gütersloher Trainer mit der Aussage, dass ihm nach der eigenen 4:1-Führung der Doppelschlag der Gäste zum zwischenzeitlichen Anschluss kurz vor der Pause zumindest im Nachhinein "ganz recht" gewesen sei. Seine (plausible) Erklärung: "Dadurch konnten wir sehen, wie die Mannschaft auch mit schwierigen Situationen umgeht. In der zweiten Halbzeit waren wir wieder sehr stabil. Das war ein wichtiger Schritt für uns als Team."

Twardzik mit Dreierpack

In glänzender Verfassung präsentierte sich vor allem Patrik Twardzik (32), dessen "Umschulung" vom zentralen Mittelfeldspieler zum Stürmer sich schon während der abgelaufenen Spielzeit mit 21 Treffern ausgezahlt hatte. Nachdem der Tscheche zum Saisonauftakt bei Rot-Weiß Oberhausen (2:0) noch leer ausgegangen war, schnürte er gegen Bocholt seinen ersten Dreierpack in der Regionalliga, wobei vor allem der Treffer zum 4:1 herausstach. Fast von der Mittellinie traf Twardzik über Torhüter Lucas Fox hinweg ins Bocholter Gehäuse, allerdings nicht im Stile einer klassischen Bogenlampe, sondern vielmehr mit einem strammen Distanzschuss. "Patrik hat einen sensationellen linken Fuß", lobte sein Trainer - und adelte den spektakulären Treffer schon als "Tor des Jahres".

Noch mehr schätzt Julian Hesse an Twardzik und seinen Offensivkollegen Luis Frieling und Julius Langfeld jedoch ihre hohe Laufbereitschaft, mit denen sie die gegnerischen Abwehrspieler immer wieder unter Druck setzen und an einem geordneten Spielaufbau hindern. So entstand etwa auch Twardziks vorentscheidendes 5:3.

Der Dreierpacker selbst wollte seine persönliche Ausbeute nicht zu hoch hängen. "Wenn ich hart arbeite, dann kommen die Tore auch von selbst", erklärt Twardzik: "Grundsätzlich nehme ich lieber drei Punkte und ein dreckiges 1:0 mit, als vielleicht Torschützenkönig zu werden und in der Tabelle ein ewiger Zweiter zu sein."

Westfalenpokal in Kamen

Viel Zeit, um den guten Saisonstart zu genießen, bleibt nicht. Schon am Dienstag, 19 Uhr, steht das Erstrundenspiel im Westfalenpokal beim Landesligisten VfL Kamen an. Dabei wird der FCG-Trainer vor allem Spielern Einsatzzeit geben, die zuletzt nicht erste Wahl waren.

Es folgen gegen die U 23 von Fortuna Düsseldorf (Samstag, 14 Uhr) und im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten 1. FC Union Berlin (Freitag, 15. August, 18 Uhr) zwei weitere Heimspiele. "Es ist unser Ziel, gegen Kamen und Düsseldorf zu gewinnen, um dann gegen Union ein Fußballfest zu feiern", gibt Julian Hesse die Marschroute vor.